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Wenn es „KLIK“ macht

Der BUND Berlin unterstützt Krankenhäuser dabei, Energiesparmaßnahmen zu planen und umzusetzen

© by St. Marienhospital Lüdinghausen

Auf farbigen Karten stehen Begriffe wie: „Netzwerk von Unterstützern bilden“, „Laufzeiten der Lüftungsanlage optimieren“ oder „Nutzerverhalten ändern“, wenn Beschäftigte aus Krankenhäusern am Thema Klimaschutz arbeiten. So entsteht bei einem Workshop des Projekt „KLIK – Klimamanager für Kliniken“ eine Übersicht von möglichen Energiesparmaßnahmen.

Zwei der insgesamt 50 Kliniken bei KLIK sind Berliner Einrichtungen: Das Malteser Krankenhaus in Spandau und das Jüdische Krankenhaus im Wedding. Von 2014 bis 2016 fördert das Bundesumweltministerium das BUND-Projekt, weil die Krankenhäuser damit einen guten Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der Fokus bei der Planung und Umsetzung von Energiesparmaßnahmen während der Projektlaufzeit liegt im nicht- und geringinvestiven Bereich. Aus jeder Klinik hat eine Person ein zweitägiges Seminar vom BUND besucht und kann sich mit dem zusätzlichen Fachwissen nun als Klimamamanager/Klimamanagerin engagieren.

Ein Wärmeschrank tut’s auch

Im Malteser Krankenhaus Berlin hat sich gezeigt, es gibt zahlreiche Maßnahmen, die praktisch sofort umgesetzt werden können. „Ein erster Rundgang durch die Klinik hilft, Schwachstellen zu identifizieren und mögliche Ansatzpunkte zu erhalten“, so Michael Stein, Technischer Leiter und Klimamanager. „So wurden in unserer Krankenhausküche jeden Tag zwei Wärmeschränke benutzt. Sie liefen von morgens bis abends. Da mussten wir etwas verbessern.“ Durch viele Gespräche sowohl mit der Küchenleitung und den Köchen als auch der Stationsleitung konnte Stein nachhaltige Veränderungen bewirken. Es wurden Abläufe diskutiert, Gewohnheiten in Frage gestellt und Veränderungen angestoßen. Am Ende dieses Prozesses konnte ein Wärmeschrank komplett abgeschaltet und ein zweiter mit einer Zeitschaltuhr ausgestattet werden. So wird wirklich nur dann Energie verbraucht, wenn es notwendig ist. Insgesamt spart das Malteser Krankenhaus fast 20.000 kWh Strom pro Jahr nur durch diese kleine Änderung. Diese Strommenge entspricht etwa dem Verbrauch von 12 Single-Haushalten. Diese Maßnahme alleine vermeidet jährlich 13 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid.

Trotzdem genug Kälte

Ein anderes Beispiel findet sich im Jüdischen Krankenhaus. Das Haus braucht Kälte für die Klimatisierung der Operationsräume und der Intensivstation. Dort stehen Medizintechnikgeräte, die die Räume bei Betrieb aufheizen. Nun haben Volker Sporleder, der Technische Leiter und sein Team, die Kälteanlage neu eingestellt, um Energie zu sparen. Sie lassen das Kühlwasser mit einer etwas höheren Temperatur in die Kälteanlage fließen. Die erzeugt trotzdem genug Kälte für die Klimatisierung. Das Ergebnis vor und nach der Optimierung ist also das gleiche, denn die Raumluft bleibt kühl, die Klimatisierung funktioniert. Diese kleine Maßnahme spart aber im Jahr 10.000 kWh Strom und entlastet die Berliner Luft. Es werden 6,5 Tonnen weniger CO2-Emissionen hierdurch verursacht.

Dran bleiben!

Der „Job“ als Klimamanager sei aber nicht immer einfach, meint Stein: „Man muss dranbleiben, die Leute immer wieder motivieren und ein Netzwerk zwischen allen Beteiligten schaffen. Dann geht mehr als man denkt“. Dem kann Volker Sporleder nur zustimmen, aber man bekäme auch ein Gespür dafür, wie Abläufe in der Technik verändert werden können und das dann auch noch zu Gunsten des Klimaschutzes.

Stein fasst seinen persönlichen Gewinn damit zusammen, dass er nun mit anderen Augen durch das Haus gehe und immer im Blick habe, wo Energie verschwendet wird.
links:

Mehr zum BUND-Projekt KLIK unter www.KLIK-Krankenhaus.de

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