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Modetrend: Grün

Anbieter ökofairer Mode suchen ihren Platz am Berliner Markt

© by Sebastian Hilgetag

„Eigentlich müsste ich shoppen gehen, ich könnte mal wieder ein paar neue Klamotten gebrauchen…“ – so oder so ähnlich lautet vielleicht ein möglicher Vorsatz, wenn Menschen ihre spärlich gesäte Freizeit mit dem Kauf von Kleidung zu verplanen beginnen. Soweit so gut.

Das Thema „Kleidung/Textilien“ ist aus Umweltsicht allerdings ein nicht ganz unheikles. Spätestens nämlich, wenn es an die Umsetzung des Shopping-Vorsatzes geht, unterstützt man mit der Wahl des Textilausstatters seines Vertrauens – je nachdem – entweder gute oder schlechte Produktionsweisen von Bekleidung. Natürlich gibt es dabei nicht nur schwarz oder weiß, sondern – wenn wir schon mal beim Thema „Mode“ sind – auch Farbnuancen, aber eines ist klar: Wer seine Bekleidung bei Primark, KiK & Co kauft, der ist vielleicht einerseits finanziell nicht unbedingt auf Rosen gebettet, er unterstützt andererseits damit aber leider tendenziell nachwievor sehr bedenkliche Produktionsbedingungen in den Herstellungsländern, zumeist in Fernost. Chemikalieneinsatz, mangelnder Arbeitsschutz, unfaire Bezahlung und on-top wahrscheinlich auch Kinderarbeit. Das alles, damit am Ende das T-Shirt für 2,99 Euro bei uns verkauft werden kann. Die Globalisierung macht’s möglich.

Der Gegenentwurf ist in Kleidung zu sehen, die umweltverträglich und ohne den Einsatz von Giftstoffen, die die Umgebung des Produktionsortes, die Arbeiter*innen vor Ort und die späteren Besitzer*innen des Kleidungstücks belasten, produziert wird. Und sozial wäre es, wenn die Produktion ohne Kinderarbeit und zu fairen Löhnen, die der zu Grunde liegenden Arbeit angemessen ausgestaltet sind, erfolgen würde. Und das Sahnehäubchen auf allem wäre, wenn die Kleidung, die wir kaufen, lokal vor Ort hergestellt würde und vielleicht sogar aus Materialen bestehen könnte, die aus der Region stammen. Letzteres berührt dann eben, über die für sich genomen schon schlimme Umweltschädlichkeit  konventioneller Textilproduktion hinausgehend, auch noch Aspekte wie „Transportwege“, „CO2-Vermeidung“ und „Klimaschutz“ .

Umweltfreundliche Bekleidung also ist insgesamt ein herausforderndes Thema. Alle guten Kriterien hierbei unter einen Hut zu bekommen, ist aus verschiedenen Gründen nicht immer so einfach und vor allem: Kleidungsstücke, die unter umweltfreundlichen, sozialen und regionalen Bedingungen produziert werden, gibt’s am Ende nicht für drei Euro! Aber es tut sich was. Gerade auch in Berlin, wo in puncto Mode gerne neue Trends entstehen, findet man sie immer öfter, die Oasen der „grünen Mode“. Engagierte Modemacher, die einerseits Geld verdienen möchten mit einer Arbeit, an der sie Spaß finden, sich andererseits aber bewusst gegen einen Billigtrend stellen, um der Mode wieder ein mindestens menschen- und umweltfreundliches Antlitz zu geben. Anbieter veganer Mode berücksichtigen zusätzlich den Tierschutz-Aspekt in ihrer Arbeit.

Wer ökofaire Kleidung kaufen möchte, muss aber weiterhin gut suchen, auch in Berlin. Daher unterstützt der BUND Berlin e.V. Aktivitäten für umweltfreundliche Mode, entsprechend seiner Nachhaltigkeitsausrichtung und der Diskussion um Begriffe wie Suffizienz, Konsum und Lebensstil. Schon im Jahre 2009 haben wir die Modedesignerin Magdalena Schaffrin mit dem Berliner Umweltpreis des BUND in der Kategorie „Wirtschaft und Innovation“ ausgezeichnet, weil sie sich dem Ziel verpflichtet hat, hochwertige Designer-Mode für Frauen und Männer ausschließlich aus umweltfreundlich hergestellten Stoffen zu kreieren. Das fanden wir bereits vor sieben Jahren sehr innovativ und vorbildlich.

Wer auf der Suche nach ökofairer Kleidung ist, findet im Netz sicher schon den einen oder anderen Anbieter. Hilfe bei der Bewertung, ob Kleidung nun ökofair ist oder nicht, leistet dabei der Global Organic Textile Standard (GOTS). Textilien, die nach GOTS ausgezeichnet sind, erfüllen umwelttechnische und soziale Kriterien entlang der gesamten textilen Produktionskette.

Crowdfunding-Aktion von Lillika Eden

Aus gegebenen Anlass, möchten wir an dieser Stelle auch noch etwas Werbung für die am 29.11.2016 startende und bis 31.12.2016 laufende Crowdfunding-Aktion von Lillika Eden auf der Plattform Startnext  machen, die mit ihrem Anspruch „Cooler Style, Bio-Stoffe, lokale Produktion & faire Arbeitsbedingungen“ bereits Vieles von dem umsetzen, was man sich unter grüner Mode „Made in Berlin“ so idealerweise vorstellt und jetzt Unterstützer*innen für ihre erste grüne Männerkollektion suchen. Wir wünschen den Machern viel Erfolg für ihre Initiative, auf dass sie sich weiter am grünen Modemarkt etablieren mögen.

Ein Kommentar

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  1. Vielen Dank für den Artikel! Freue mich immer noch über den Preis. Da ich selbst nicht mehr mein Label führe und Enttäuschung vorbeugen möchte: 33 weitere Labels gibt es in meinem neuen Buch über eco-faire Mode zu entdecken: Fashion Made Fair, Magdalena Schaffrin & Ellen Köhrer, Prestel Verlag.

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