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UPDATE: Böswillige Gewalt gegen Bäume in Friedrichshain

Erst Wut im Bauch, dann Wut am Baum?

In Friedrichshain treibt ein Baummörder sein Unwesen. Auf Hinweis einer Anwohnerin wurde das Baumschutz-Team des BUND Berlin in die Grünberger Straße gerufen. Dort sollten mehrere Straßenbäume mutwillig beschädigt worden sein. Vor Ort bot sich den Baumschützern dann leider tatsächlich ein furchtbares Bild. Bei einem Baum war im gesamten unteren Stammbereich die Rinde fast vollständig zerstört und abgezogen. Aber auch bei allen anderen Bäumen auf dieser Seite der Grünberger Straße waren großflächige Verletzungen der Rinde zu erkennen. Auf jeden Baum war mutwillig eingehackt worden. Ein einziger Baum, der zufälligerweise komplett von einem Bauzaun umgeben war, blieb verschont. Auf Verdacht untersuchten die Mitarbeiter des BUND noch die Bäume in den umliegenden Straßen und waren geschockt.

Von den 227 untersuchten Bäumen auf dem Mittelstreifen Warschauer/Petersburger Straße bis hoch zum Bersarinplatz, sowie in der Grünberger Straße zwischen Warschauer und Simon-Dach Straße waren 102 Bäume beschädigt, mindestens 4 davon so schwer, dass sie nur geringe oder gar keine Überlebenschancen mehr haben werden.

 

(Hinweis: Die Fotogallerie funktioniert u.U. in der Anzeige mit Mozilla Firefox nicht richtig – bitte in dem Fall ggf. auch mit anderen Web-Browsern ausprobieren)

 

An manchen Bäumen sind es nur einzelne tiefe Kratzer, die auf den ersten Blick nicht auffallen mögen. Folgt man aber den Baumreihen erkennt man, dass sich der Täter oder die Täterin von Baum zu Baum in eine Art Rausch steigert, mit der Zeit versucht tiefe umlaufende Furchen in das lebensnotwendige Kambium zu reißen, die Rinde flächig abzuschlagen oder gar lange Rindenstreifen abzuziehen. Es wird vermutet, dass immer den Baumreihen entlang gegangen wird. So ist in der Grünberger Str. die südliche Straßenseite komplett geschädigt, auf der nördlichen waren keine Verletzungen zu erkennen. Auf dem Mittelstreifen in der Warschauer Straße sind beide Baumreihen betroffen. In der Petersburger alle vier Reihen auf dem Mittelstreifen und an den Straßenrändern.

Die meisten Bäume sind erst vor kurzem attackiert worden. Anhand des von manchen Bäumen gebildeten Wundgewebes gehen die Baumexperten aber davon aus, dass der Täter seit mindestens einem Jahr sein Unwesen treibt. An vielen Bäumen mit alten Schäden lässt sich beobachten, dass gezielt von den alten Wunden ausgehend weitergearbeitet wurde. Es besteht kein Zweifel, wer auch immer hinter den Angriffen steckt, hat die Absicht die Bäume zu töten.

Der BUND Berlin bittet darum, in Friedrichshain-Kreuzberg die Augen offen zu halten und verdächtige Aktivitäten an den Bäumen zu melden. Auch ist noch nicht bekannt, ob nicht auch in anderen Bezirken die Bäume vorsätzlich geschädigt werden. Der BUND Berlin hat Anzeige bei der Umweltkripo erstattet und die Berliner Naturschutzbehörden und Gartenämter informiert.

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Die Hinweise verdichten sich, dass es auch Hundebesitzer sein könnten, die ihre Tiere auf die Bäume hetzen. Ähnliche Schadbilder wurden schon mal vereinzelt in Berliner Parks gesehen und konnten Hundehaltern zugewiesen werden, die ihre Tiere an den Bäumen scharf gemacht haben. In diesem Ausmaß war es bisher jedoch unbekannt.

 

6 Kommentare

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  1. Oh nein, immer noch….Solche Schäden sind in der Vergangenheit u.a. verstärkt von 11/2015 bis 05/2016 im und um den Blankensteinpark, Eldenaerstr.. Thaerstr. massenweise aufgetreten. Mehrfach habe ich das Grünflächenamt informiert…Irgendwann wurde es hier weniger. Das Grünflächenamt schien etwas ratlos.

  2. Titelvorschlag für die nächste Meldung:

    Fahrbahndeckenbeschädigung auf Berlins Straßen haben zugenommen. Sind grabende Kampfhunde schuld?

    Foto: Schlagloch aus der Kirgisischen Republik

    Dann eine Stellungnahme von Inge Süwakrüpp (84) (Name geändert): „Wenn ich Nachts aus der Geschlossenen abhaue und mit meinem unsichtbaren Freund spazieren gehe, habe ich Kratzgeräusche im Ohr. Das müssen grabende Kampfhunde sein“.

    Dann Verlinkung auf Artikel aus den dreißiger Jahren mit Übersetzung (Service der Redaktion) der Altdeutschen Schrift.

    … das Schreiben eines Artikels kann so einfach sein….

  3. Leider darf man hier keine Fotos posten. Dann würde ich posten, wie Kampfhunde wirklich aussehen. Kampfhunde sind vom Menschen missbrauchte Hunde. Bevor Sie solche Verdächtigungen aussprechen, machen Sie uns doch mal vor, wie die Hunde die Bäume derart beschädigt haben sollen. Hier auf dem Bild werden Beschädigungen an einem geraden Baumstamm gezeigt. Wenn Hunde Pole Dance könnten, dann wären die starken Beschädigungen an der Baumrinde am aufrecht stehenden Baum vielleicht noch denkbar. Es sei denn, Sie haben eine fachliche Erklärung für diesen Verdacht. Alles andere empfinde ich als Hetze gegen Hunde bestimmter Rassen und deren Halter.

    • @Irmgard Töpelmann
      Wir haben den Hinweis auf die beschädigten Bäume zunächst aus der Anwohnerschaft in F’hain erhalten. Als wir die Schäden vor Ort aufgenommen haben, waren wir einigermaßen fassungslos und uns fehlte eine Erklärung, WER so etwas macht bzw. machen könnte und vor allem WARUM?! Wir sind dann mit dem Thema an die Öffentlichkeit gegangen. An eine Erklärung „abgerichtete Hunde“ haben wir zu dem Zeitpunkt gar nicht gedacht. Als Reaktion auf unsere Öffentlichkeitsarbeit gab es dann ernstzunehmende Hinweise, dass es möglicherweise aber auch in eine solche Richtung gehen könnte (!). Wir hielten das immerhin für eine mögliche Erklärung und es steht im Blogbeitrag ja aber auch bewusst im Konjunktiv.

  4. Zumindest in der grünberger str. Ecke warschauer Straße (vor der Sparkasse) war es einer der hunde, der „obdachlosen punks“ die dort häufig sitzen und schlafen. Hätte gedacht, dass dies auch andere beobachtet haben, zumal mitten am Tag. Da diese ja viel in richtung kaisers/rewe unterwegs sind, würde ich mal stark vermuten, das auch die anderen Bäume Opfer des oder der Hunde geworden sind.

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