Print

Posted in:

TEMPELHOFER FELD SÜDWÄRTS

BEZIRKSAMT STOPPT WILDE AUFSCHÜTTUNGEN IM EIDECHSEN- UND MOLCH-BIOTOP !

In der zweiten Mai-Dekade rollten LKWs ihre sandige Fracht in das kleine Tal zwischen Tempelhofer Feld und dem S-Bahn-Südring. Durch dieses Vorgehen der Verwaltungsfirma TECTAREAL drängte sich der Verdacht auf, dass auf diese Weise ein schutzwürdiges Biotop zerstört werden sollte. Eigentümer ist eine Behörde mit dem sperrigen Namen Bundeseisenbahnvermögen i. A. des Bundesverkehrsministeriums.

Gemeinsam alarmierten NaturfreundInnen und BUND das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, das einen sofortigen Stopp bis September verhängte. Weiterhin muss ein artenschutzrechtliches Gutachten zur Überprüfung des Zauneidechsen-Vorkommens in diesem Gebiet beauftragt werden. Der BUND hat angeregt, die Untersuchungen auch auf die Verbreitung von Molchen auszudehnen.

Zudem hat der Eigentümer Herkunft und Beschaffenheit des ausgebrachten Materials nachzuweisen.
DENN: Nach § 16 Berliner Naturschutz-Gesetz sind Aufschüttungen über
einer Grundfläche von 30 qm untersagt bzw. genehmigungs- und
ausgleichspflichtig.

DAS GRUNDPROBLEM: PRIVATISIERUNG ÖFFENTLICHEN EIGENTUMS
AUF KOSTEN VON GEMEINWOHL UND ZUKUNFTSVORSORGE

Der Bereich nördlich der Ringbahn zwischen Tempelhofer Damm und
Oderstraße (Neukölln) hat sich aufgrund seiner besonderen Historie
zu einem wertvollen Kleingarten- und Stadtwildnis-Biotop
entwickelt – Tummelplatz für Eidechsen, Molche und vermutlich weiteren streng geschützten Arten.

Bundeseigene Flächen scheinen jedoch nur EINEN Wert zu besitzen –
nämlich den des monetarischen auf dem Immobilienmarkt…
Gerüchten zufolge soll das gesamte Gelände auf der BIMA-Liste (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) für einen Verkauf bis 2018 stehen. Dies würde ins Bild passen, weil mehrere den Aufschüttungen benachbarte Parzellen im September geräumt werden und auch der Vertrag der Camping-Anlage an der
Oderstraße dieses Jahr auslaufen soll.

EIN BEBAUUNGSPLAN KÖNNTE OFT HELFEN !

Das Wort B-Plan weckt sofort bekannte Assoziationen.
Das Beispiel Westkreuz zeigt jedoch, dass die Politik dieses Verfahren
durchaus sogar als Instrument zur Sicherung wertvoller Grünflächen gegen
Versilberung als Bauland einsetzen kann. Senat und Bezirk vereinbarten
hier den Erhalt als Grünfläche und wollen sie somit planungsrechtlich
der Bebauung entziehen. Politischer Wille kann also der Immobilien-
Spekulation entgegenwirken.

DIE BESTE LÖSUNG:

++ SICHERUNG DIESER WERTVOLLEN GRÜNFLÄCHE
DURCH EINEN (NICHT-)BEBAUUNGSPLAN

++ FLÄCHENANKAUF DURCH DAS LAND BERLIN ZU EINEM
SYMBOLISCHEN PREIS

 

Fotos: Monika Dierenfeld von der Kleingartenkolonie Neuköllner Berg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.