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Coffee 2 go Becher

© by ©Sascha Krautz/DUH

Der Erdball dreht sich immer flotter, das Leben wird schneller, da findet auch der 2go Becher rasanten Absatz. Die Variante „zum Mitnehmen“ steht hoch im Kurs. 460.000 Becher werden in Berlin pro Tag verbraucht und landen anschließend im Abfall. Die mit einer Kunststoffbeschichtung versehenen Pappbecher sind nur schwer recycelbar. Nach kurzer Nutzungszeit werden viele achtlos weggeworfen und vermüllen Straßen, Plätze und Grünflächen. Die übrigen landen fast alle in öffentlichen Mülleimern. Der dort gesammelte Abfall wird verbrannt. Die Rohstoffe sind verloren. Auch wenn der Abfall- Unternehmens- Jargon ganz euphemistisch von „thermischer Verwertung“ spricht.

Auf das Jahr gerechnet entsteht so eine nicht unerhebliche Menge Abfall, mit entsprechend hohen Umweltbelastungen bei der Herstellung und Entsorgung. Weil die Becher nicht recycelt werden, bedarf es für die Produktion immer wieder neuer Rohstoffe – das heißt Bäume müssen ihr Leben lassen und Öl muss gefördert werden. Jährlich entstehen so 83.000 Tonnen CO2 Emissionen alleine in Deutschland.

Entschleunigung – auf die Bremse treten, einfach mal durchatmen – das wäre eine einfache Lösung des Problems! Weil 70% der Deutschen regelmäßig unterwegs (zur Arbeit, zur Bahn, im Auto etc.) einen Kaffee in der Hand halten möchten, scheint ein sofortiger Paradigmenwechsel in weiter Ferne.

Wie es ohne Verzicht auch anders geht, zeigt beispielsweise die Avantgarde aus Freiburg. Mit dem FreiburgCup kann dort seit November 2016 umweltfreundlich Kaffee genossen und mitgenommen werden. Die Kunden sparen sogar 5-30ct. pro Mehrwegbecher. Umweltbewusst und finanziell lohnenswert ziehen die Freiburger bis jetzt eine durchweg positive Bilanz. Das Freiburger System könnte bundesweit Schule machen.

Auch in Berlin hat die Rot-Rot-Grüne Regierung ein Rabattsystem für Mehrwegbecher im Sinn. Laut Deutscher Umwelthilfe (DUH) empfinden 85% der Berliner, dass Einwegbecher die Umwelt verschmutzen, zudem fordern 75% Prozent, dass Einwegbecher extra kosten sollen. Die Bürger scheinen sich also einig – nun muss nur noch die Politik steuern, so dass in Zukunft keine 430.000 Bäume pro Jahr gefällt und 22.000 Tonnen Rohöl verbraucht werden müssen. Damit könnten wir einfach Ressourcen sparen und die Umwelt nachhaltig schonen.

Am Freitag, dem 14. Juli 2017 startet der Berliner Senat in einem breiten Bündnis gemeinsam mit dem BUND Berlin und weiteren Vertretern aus Umwelt und Wirtschaft die Initiative „Better World Cup“, um noch mehr Kaffeetrinker, Cafés, Kioske, Bäckereien und Tankstellen in der Hauptstadt für Mehrweg beim Coffee to go zu begeistern.

Mehr dazu unter: www.betterworldcup.de

Weitere Infos zum Thema:
www.becherheld.de
www.regio-aktuell24.de/coffee-to-go-alternativen-gegen-die-becherflut/20116

Titelfoto: ©Sascha Krautz/DUH

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