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SPURENSUCHE IM BAD: WO VERSTECKT SICH MIKROPLASTIK?

Die winzigen Kunststoffteilchen sind kleiner als fünf Millimeter und kommen in zahlreichen Kosmetikprodukten zum Einsatz. Ist es einmal in der Umwelt, kann es nicht mehr beseitigt werden – so klein ist Mikroplastik. Über das Abwasser landet es in Flüssen und Meeren. Es ist zu befürchten, dass die winzig kleinen Plastikteilchen dort von Wasserorganismen aufgenommen werden und ihnen schaden. Außerdem steht Mikroplastik im Verdacht, Giftstoffe aus der Umgebung anzuziehen. Die Folgen: noch unklar, klingt aber ätzend.

Ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika gibt es nicht. Zeit also, das Ganze selbst in die Hand zu nehmen. Wie viele Produkte mit Mikroplastik stehen eigentlich in unserem Badezimmer?

Die BUNDjugend-Aktive Sarah berichtet von ihrer Spurensuche:

Bewaffnet mit meinem Handy mit Codecheck-App und dem BUND-Einkaufsratgeber „Mikroplastik“ schreite ich ins Bad. Wo lauert sie, die unsichtbare Gefahr?
Beim Zähneputzen gibt es schon mal Entwarnung: Der BUND schreibt, ihm sei keine Zahnpasta bekannt, die die kleinen Plastikpartikel enthält. Gut zu wissen, ein Punkt abgehakt! In der Dusche nehme ich mein Shampoo und mein Duschgel unter die Lupe – oder besser gesagt unter die Kamera. Die Codecheck-App scannt den Barcode und zeigt an, ob giftige oder schädliche Inhaltsstoffe – und auch Mikroplastik – enthalten sind. Auf meinem Shampoo sehe ich schon beim Umdrehen der Flasche, dass es das NaTrue-Siegel trägt. Ein Zeichen für natürliche Inhaltsstoffe, ohne Plastik oder andere schädliche Stoffe. Wieder Glück gehabt.

Die App schlägt Mikroplastik-Alarm

Bei meinem Duschgel sieht es schon anders aus. Eine herkömmliche Marke. Die App zeigt mir ein rotes Ausrufezeichen an und weist mich damit auf das Mikroplastik in meinem Duschgel hin. In Duschgels und Shampoos ist Mikroplastik meistens ein Bindemittel, das viele Menschen nicht erwarten oder erkennen. Auch ich muss erst einmal ein bisschen suchen, bis ich PEG-7 auf der Liste der Inhaltsstoffe gefunden habe. Ob Hersteller absichtlich kryptische Abkürzungen nutzen, um Verbraucher*innen nicht mit langen chemischen Begriffen stutzig zu machen?

Aber mit Hilfe des BUND-Einkaufsratgebers kann ich die Inhaltsstoffe dekodieren. Hier sind die verschiedenen Namen der Plastikpartikel und deren Abkürzungen aufgeführt. Ich lerne, dass die Vorsilbe Poly ein Indiz für Mikroplastik ist. Ich finde noch ein fast aufgebrauchtes Peeling, bei dem ich schon eine starke Vermutung habe. Wieder dauert es, bis ich die Bezeichnung zwischen all den Begriffen gefunden habe. Aber jetzt weiß ich, wonach ich suchen muss. Und Treffer: Polyethylene! So heißen also die kleinen Kügelchen, die meine Haut weicher und geschmeidiger machen sollen.

Zahnpasta hui, Schminke pfui

Weiter geht’s! Als letzte Station meiner Mikroplastik-Suche wende ich mich meinem Schminktisch zu. Besonders bei Make-up, Puder und Concealer muss man vorsichtig sein. Bei fast allen Produkten von herkömmlichen und bekannten Firmen erscheint beim Scannen sofort ein rotes Ausrufezeichen. Egal ob Wimperntusche oder Lippenstift, in allen Produkten, die mich hübsch machen sollen, verbirgt sich die unsichtbare Gefahr.
Ein frustrierendes Ergebnis. Doch mein Bio-Shampoo macht mir Hoffnung. Mit Naturkosmetik ist man auf der plastikfreien Seite. Das BDIH-Siegel beispielsweise garantiert nicht nur natürliche Inhaltsstoffe, sondern steht auch auf für Produkte, die ohne Tierversuche auskommen. Nach der Spurensuche mixe ich mir ein Peeling selbst zusammen – ohne Plastik, weder als kleinste Partikel noch als Verpackung. Und lecker ist auch noch. Einen Teil hebe ich fürs Salatdressing auf.

links:

BUND-Einkaufsratgerber: www.kurzlink.de/mikroplastik

BUND-Toxfox: www.bund.net/chemie/toxfox/

Codecheck-App: www.codecheck.info

BDIH-Prüfzeichen: www.kontrollierte-naturkosmetik.de

BUND-Jugend Berlin beim Plastikfasten: www.bundjugend-berlin.de

TIPP:
GESICHTSPEELING SELBST MACHEN GANZ OHNE PLASTE: ZITRONEN-SALZ-PEELING
Unreine Haut mit Hausmitteln bekämpfen. Einfach einen Teelöffel Salz mit einigen Spritzern Zitronensaft mischen. Die Paste mit einem Wattepad oder Pinsel auf die Haut auftragen. 10 Minuten einwirken lassen und dann mit lauwarmen Wasser abwaschen. Die Haut ist wieder weich und rein.

Die Autorinnen, Nora Stognief und Sarah Grzondziel, engagieren sich bei der BUNDjugend Berlin.

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