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Klimaneutralität in Berlin ist machbar!

Vorstellung der Studie „Berlin Paris-konform machen“ - eine Veranstaltung des BUND Arbeitskreises Klima und Erneuerbare Energien

Berlin kann in den nächsten 20 bis 25 Jahren klimaneutral werden. Zu diesem Ergebnis kommt die von der Berliner Senatsverwaltung in Auftrag gegebene Studie „Berlin Paris-konform machen“, die Prof. Bernd Hirschl am 2. Dezember während einer Veranstaltung des BUND Berlin vorstellte.

Bei der Studie handelt es sich um ein Update der bereits 2015 herausgegebenen Studie, die unter anderem vom Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) zusammengestellt und im September 2021 veröffentlicht wurde. In ihr werden realistisch plausible Szenarien für die Jahre 2030, 2040 und 2050 zur Erreichung der Berliner Klimaneutralität vorgestellt. Dabei wird auf Maßnahmen und Strategien zur Reduktion von CO2 und deren Auswirkung auf die Berliner Klimaziele eingegangen.

Bisher wurde zu wenig erreicht

Klar ist jedoch auch, dass sich an der Politik rasch etwas ändern muss, damit die Maßnahmen auch umgesetzt werden. Vernachlässigt man den Corona-Sondereffekt, so wird deutlich, dass die aktuelle CO2-Entwicklung in Berlin nach wie vor nicht in Richtung Klimaneutralität geht. Die Absenkung in den letzten Jahren ging nur leicht voran und ist im Wesentlichen auf den begonnenen Kohleausstieg zurückzuführen. Ernüchternd ist auch, dass im Jahr 2020 zwar 40 Prozent CO2 im Vergleich zu 1990 eingespart werden konnten, aber die Energieträger immer noch zu 92 Prozent!!! aus fossiler Primärenergie bestehen und Photovoltaik gerade einmal 0,5 Prozent ausmacht.

Die Studie identifiziert Einsparpotentiale, das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm liefert die Maßnahmen

Jedoch ist laut Aussage der Autor*innen „Das Erreichen der Klimaneutralität im Sinne einer Reduktion der CO2-Emissionen um mindestens 95 Prozent gegenüber 1990 […] für das Land Berlin in den 2040-er Jahren“ schaffbar. Insbesondere in der Gebäudesanierung und deren Wärmeversorgung sowie im Bereich Verkehr und Mobilität sehen die Autor*innen den größten Bedarf und Potential die Klimaschutzziele für das Land Berlin zu erreichen. Mehr als 50 Maßnahmen ergänzen hierzu das bereits veröffentlichte Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK 2030).

In den drei Szenarien der Studie wurden Herausforderungen und limitierende Faktoren – wie beispielsweise Milieu- und Mieterschutz, Investitions- und Modernisierungszyklen, Fachkräftemangel – für das Erreichen der Klimaneutralität identifiziert. Quintessenz des Ganzen ist, dass Klimaneutralität im Sinne von einer Einsparung von 95% CO2-Emmissionen im Vergleich zu 1990 bis 2040 unwahrscheinlich und vor 2050 durchaus erreichbar ist. In dem 2030er-Szenario kann nur mit hohen Anstrengungen und unter Berücksichtigung verbleibender limitierender Faktoren eine CO2-Reduktion um 65% erreicht werden – hierfür ist aber eine deutlich ambitioniertere Klimapolitik vonnöten.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Freiwilligenhauptstadt Berlin und zusammen mit dem Arbeitskreis „Klima und erneuerbare Energien“ des BUND Berlin e.V. statt. Prof Hirschl ist Leitautor der Studie und Forschungsfeldleiter und Themenkoordinator „Klima und Energie“ am IÖW. Nach dem Vortrag stand er den Teilnehmer*innen für Fragen und Diskussion zur Verfügung.

Wir möchten uns noch einmal ganz herzlich für diesen tollen Vortrag und die Möglichkeit des Austauschs bei Prof. Hirschl bedanken! Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und ist unter folgendem Link abrufbar: https://youtu.be/PUMabwiAhaw

 

Alle links im Überblick

Studie „Berlin Paris-konform machen“

Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm

Arbeitskreis Klima und erneuerbare Energien (AK KLEE)

Die gesammte Veranstaltung ansehen: https://youtu.be/PUMabwiAhaw

 

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