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Glättedesaster – nun soll Salz helfen

Streusalz-Verordnung von Bonde und Wegner: Zu spät, hilflos und falsch

Um Unfälle von Fußgänger*innen und Radfahrer*innen zu vermeiden, darf es gar nicht soweit kommen, dass über Tage Gehwege und Radwege nicht oder unzureichend geräumt und besteut werden.

In Berlin vernachlässigen viele Haus- und Grundstückseigentümer*innen ihre Pflicht, Gehwege schnee- und eisfrei zu halten. Das ist das Hauptproblem, dagegen tut die Verwaltung viel zu wenig. Kontrollen, Bußgeldzahlungen und Beauftragung von Ersatzdiensten werden offensichtlich kaum durchgeführt.

Die Praxis in Berlin zeigt, dass das nun schon seit Jahren nicht funktioniert. So sollten andere Lösungen gefunden werden. Da wäre zum Beispiel den Winterdienst großflächiger zu organisieren? Dazu braucht es aber längere Vorlaufzeit, um Unternehmen zu finden, die dazu Personal und Gerätschaften bereitstellen können. Das wäre ein wichtige Investition für die Gesundheit der Berliner und Berlinerinnen.

Statt daran zu arbeiten, versucht die doppelt zuständige Umwelt- und Verkehrssenatorin Ute Bonde, unterstützt vom Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (beide CDU) mit einem panischen Schnellschuss, das Problem zu lösen.

Was bewirkt der Einsatz von Streusalz?

Ob das Salzstreuen bei dieser Situation zu mehr Sicherheit auf den Fuß- und Gehwegen führt, ist zweifelhaft. Richtiges Fegen, sowie der Einsatz von Sand, Granulat und Holzspäne kann nicht durch Salzstreuen ersetzt werden. Zumal es wahrscheinlich gar nicht in wirkungsvollen Mengen gegen Glätte vorhanden ist und so nicht großflächig eingesetzt werden kann.

Streusalz ist Gift für Bäume

Salz verursacht Blattnekrosen (braune Ränder), verfrühten Laubfall und zum Absterben

Was ganz sicher ist: Es schadet unseren Bäumen, Sträuchern, Gewässern sowie dem Grundwasser auch schon in geringen Dosen.

Wenn wir eine vorausschauende Umwelt-Senatorin hätten, würde zeitgleich ein zusätzliches Pflegeprogramm für Bäume geplant werden, wie das intensive Bewässern im Frühjahr, um das Salz in tiefere Bodenschichten auszuspülen und die Böden durch spezielle humin- und organische Substanzen zu verbessern. Aber damit ist wohl nicht zu rechnen, sondern eher mit weiteren Astbrüchen und Baumfällungen.

Links:

Streusalzschäden: https://www.bund-berlin.de/themen/stadtnatur/baumschutz/streusalz/

BUND-Tipp zu umweltfreundlichen Streumittel: https://www.bund.net/bund-tipps/detail-tipps/tip/umweltfreundliche-alternativen-streusalz-streumittel-pflanzen-boeden-gewaesser-tierpfoten-schuetzen/

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2 Kommentare

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    • Das Hauptproblem sind nicht nur die Haus- und Grundstückseigentümer, mindestens nicht nur die privaten. Vor öffentlichen Gebäuden wird fast nirgends in unserer Gegend geräumt. Das gleiche gilt für die Radwege, und für die sind nicht die Anlieger verantwortlich.
      Das Streuen von Salz auf den vereisten Gehwegen war sogar eher kontraproduktiv, und bei Kreuzungen von Nebenstraßen wird nur soviel gestreut, dass bis in die Straßen hinein tiefe Matschpfützen entstehen, die für Fußgänger sehr eklig und Radfahrer gefährlich sind. Auch Autos geraten da manchmal ganz schön ins Schlingern. Da war es auf einer festgefahrenen Schneedecke viel besser zu fahren.
      Winter bringt eben manchmal Schnee und Eis, und wir müssen dann eben alle mehr aufpassen und Zeit einplanen. Diese Fähigkeiten sind heutzutage leider sehr schlecht ausgeprägt.

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