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Weiterbau der A100: Viel Skepsis in der Berliner Politik

Podiumsdiskussion von BI A100 und BUND Berlin stößt auf großes Interesse

© by BI A100

Am 26. August luden die Bürger*inneninitiative A100 (BI A100) und der BUND Berlin zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel “Weiterbau der A100? Wie sieht die Zukunft der Mobilität in Berlin aus?” ein. 120 Interessierte, davon viele aus dem anliegenden Kiez, kamen in das Theater an der Parkaue in Lichtenberg, das direkt an der anvisierten Strecke des 17. Bauabschnitts der Stadtautobahn liegt.

In einer lebhaften Diskussion trafen Lichtenberger Bezirkspolitiker und Abgeordnetenhauskandidat Antonio Leonhardt (Die Linke), Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU), das Lichtenberger Abgeordnetenhausmitglied Tamara Lüdke (SPD) und die verkehrspolitische Fraktionssprecherin Antje Kapek (Bündnis 90/Die Grünen) aus Kreuzberg aufeinander. Die Veranstaltung wurde von Weert Canzler vom Wissenschaftszentrum Berlin moderiert und durch den Kiezfonds Alt-Lichtenberg finanziell unterstützt.

Im Laufe des Abends zeigte sich, dass der Weiterbau der A100 durch Friedrichshain und Lichtenberg von Linken, SPD und Grünen grundsätzlich abgelehnt wird. Die Vertreter*innen der drei Parteien forderten stattdessen einen qualifizierten Abschluss des bestehenden 16. Bauabschnitts, der in Alt-Treptow endet. Klar wurde dabei auch, dass ein mögliches rot-grün-rotes Bündnis nach den Berliner Abgeordnetenhauswahl im September sich deutlich konsequenter gegen den A100-Weiterbau stellen müsste, als dies bei den rot-grün-roten Landesregierungen 2016-2023 der Fall war.

Der CDU-Bezirksbürgermeister von Lichtenberg, Martin Schäfer, befürwortet zwar grundsätzlich den Weiterbau der Autobahn. Sollte sich aber herausstellen, dass der Autobahnbau unrealistisch sei, sei auch er dafür, dass die Planungen dann beendet werden. Zudem sei für ihn eine Tunnellösung durch Lichtenberg unabdingbar. Mit Vehemenz plädierte er dafür, beim Thema 17. Bauabschnitt endlich zu einer Entscheidung zu kommen, damit für den Bezirk und die Anwohnenden endlich Klarheit darüber herrscht, was mit den für den Autobahnbau vorgehaltenen Flächen passieren wird.

In der Diskussion ging es aber auch um die Zukunft der Mobilität und notwendige Klimaanpassungen in Berlin und insbesondere im Bezirk Lichtenberg. Übereinstimmung bestand in der Forderung, dass Lichtenberg besser an den ÖPNV angeschlossen werden müsse. Grünen-Verkehrsexpertin Antje Kapek hob Oslo und Paris als Beispiele hervor, wo durch Umverteilung des Stadtraum mehr Platz für ÖPNV, Fahrrad und Fußgänger*innen geschaffen wurde.

CDU-Bezirksbürgermeister Martin Schaefer betonte das Fehlen guter Nord-Süd-ÖPNV-Verbindungen im Bezirk, das dringend angegangen werden müsse. Linke-Politiker Antonio Leonhardt gab zu bedenken, dass auch für Maßnahmen wie Entsiegelung und Begrünung ausreichend Finanzierung zur Verfügung gestellt werden müsse. Tamara Lüdke von der SPD erinnerte an die Bedeutung von Kühlpunkten und Entsiegelung für die Klimaanpassung.

Das Publikum beteiligte sich mit vielen Fragen, Ideen und Einwürfen an der Diskussion. So wurden Vorschläge eingebracht, wie sich die Berliner Landespolitik stärker in die Autobahnplanungen des Bundes einmischen könnte und die Frage nach der Zukunft der Carl-von-Linné-Schule aufgeworfen, die direkt an der geplanten Trasse des 17. Bauabschnitts liegt.

Am 12. September ist der geplante Weiterbau der A100 Thema einer Demonstration. Das Bündnis „A100 wegbassen“, dem die BI A100 und der BUND Berlin angehören, lädt zu einem Protestrave zum Roten Rathaus ein. Los geht es um 13.00 Uhr am RAW Gelände in Berlin-Friedrichshain.

Alle aktuellen Termine der BI A100, einer Projektgruppe des BUND Berlin, und weitere Informationen zum Weiterbau der A100 finden sich auf der Website.

 

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Ein Kommentar

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  1. MENSCH – KLIMA – UMWELT

    Der Mensch macht sich die Erde Untertan,
    getrieben vom ewigen Wachstumswahn.
    Autos werden größer, Straßen breiter,
    die Wälder dagegen schrumpfen weiter.

    Es ist höchste Zeit für uns, zu handeln,
    endlich uns’ren Lebensstil zu wandeln.
    Was nützen Wohlstand und alles Geld,
    wenn am Ende kollabiert die Welt?

    Mit Tempolimit auf der Autobahn
    und Emissionshandel ist’s nicht getan.
    Für Energieerzeugung und Verkehr
    müssen zukunftsfeste Lösungen her.

    Die Natur schützen, Raubbau beenden,
    das Anthropozän zum Guten wenden.
    Ökonomie und Ökologie im Verein,
    der Blaue Planet wird uns dankbar sein.

    Vielen Tieren Lebensraum,
    für den Sauerstoff ein Quell,
    für gesundes Klima essenziell;
    das ist unser Freund, der Baum.

    Ohne Bäume in Wald und Flur
    wär‘ die Erde ein öder Planet nur.
    Wir sehnen uns nach diesem Grün,
    der Zeit, wenn wieder Bäume blüh’n.

    Wir wollen wandeln durch Alleen,
    das Blätterdach so wunderschön.
    Jeder Baum, der zum Opfer fällt,
    macht etwas ärmer uns’re Welt.

    Tornados, Hitze, Wassernot;
    Feuer wüten in Wald und Flur.
    Das Wetter gerät aus dem Lot,
    Klimawandel zieht seine Spur.

    Borkenkäfer in der Kiefer,
    auch zur Fichte zieht Geziefer.
    Statt sattes Grün und Waldeslust,
    kranke Bäume und Försters Frust.

    Profitgier lässt Wälder schwinden,
    fördert weltweit Umweltsünden.
    Die grüne Lunge des Planeten
    in Gefahr, da hilft kein Beten.

    Zu viele Buchen und Eichen
    mussten schon der Kohle weichen.
    Retten wir den herrlichen Wald,
    bewahren die Artenvielfalt.
    Kämpfen wir für Mutter Erde,
    dass sie nicht zur Wüste werde.

    Man produziert und produziert,
    plündert Ressourcen ungeniert.
    Gewinnmaximierung ist Pflicht,
    die intakte Natur zählt nicht.
    Börsenkurse steh’n im Fokus,
    Umweltschutz in den Lokus.

    Plastikflut und Wegwerftrend,
    man konsumiert permanent.
    Von Müllvermeidung keine Spur,
    Unrat verschandelt Wald und Flur.
    Unser westlicher Lebensstil
    taugt nicht als Menschheitsziel.

    Die Jagd nach ewigem Wachstum
    bringt letztlich den Planeten um.
    Das oberste Gebot der Zeit
    muss heißen Nachhaltigkeit.
    Statt nur nach Profit zu streben,
    im Einklang mit der Natur leben.

    Der Mensch, dieses kluge Wesen,
    kann im Gesicht der Erde lesen.
    Er sieht die drohende Gefahr,
    spürt die Erwärmung Jahr für Jahr.
    Homo sapiens muss aufwachen,
    seine Hausaufgaben machen.

    Wir alle stehen in der Pflicht,
    maßvoll leben ist kein Verzicht.
    Teilen und Second Hand der Trend,
    Repair vor Neukauf konsequent.
    Bei allem etwas Enthaltsamkeit,
    nehmen wir uns die Freiheit.

    Ist das Klima oder Wetter?
    So fragen schwitzende Städter.
    Der Beton wirkt hier als Therme,
    heizt sich auf und speichert Wärme.

    Die Omega-Wetterlage
    macht Sommertage zur Plage.
    Von Meck-Pomm bis nach Baden
    wird die Sonne uns kräftig braten.

    Die Stadt ist uns lieb und teuer;
    doch zu heiß wird’s im Gemäuer,
    wenn Sonne scheint ohn‘ Unterlass,
    und weit und breit kein kühles Nass.

    Die Betonwüste braucht Oasen;
    Wasserstellen und Rasen,
    Bäume die uns Schatten spenden.
    Die Bodenversiegelung beenden!

    An allen Straßen soll es blüh’n,
    uns’re Städte brauchen mehr Grün.
    Für Gesundheit und Wohlergeh’n,
    lasset steh’n Bäume und Alleen.
    Beenden wir den Autowahn,
    benutzen Fahrrad, Bus und Bahn.

    Rainer Kirmse , Altenburg

    Herzliche Grüße aus Thüringen

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