#stadtbrauchtgrün – Umweltzone Berlin https://umweltzoneberlin.de Umweltzone Berlin, Blog des BUND Berlin Tue, 20 Oct 2020 10:21:18 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.3.4 Südgelände Nummer Zwei: Praxis-Test für die Charta Stadtgrün https://umweltzoneberlin.de/2020/10/20/suedgelaende-nummer-zwei-praxis-test-fuer-die-charta-stadtgruen/ https://umweltzoneberlin.de/2020/10/20/suedgelaende-nummer-zwei-praxis-test-fuer-die-charta-stadtgruen/#respond Tue, 20 Oct 2020 09:56:30 +0000 https://umweltzoneberlin.de/?p=5767 Rückblick: Am 16. Juni hat die Senatskoalition die Charta für das Berliner Stadtgrün beschlossen,  final muss sie noch das Abgeordnetenhaus passieren. Ein schönes Bekenntnis für den Erhalt innerstädtischer Grünflächen aber leider ohne Festlegung konkreter Objekte. Bitteschön – hier sind 10 Hektar berlinweit letztes unberührtes Bahnrefugium dieser Größenklasse zu bewahren, nachdem schon 320 Hektar ähnlicher Art für Stadtklima und -natur verschwunden sind.

Ein Glücksfall: Unsere exzentrische Stadthistorie hinterliess dieses Relikt des 30 Hektar-Rangierbahnhofs Tempelhof. Der Bau der Fernstrecke zum Südkreuz (2006) hatte den Effekt, dass diese Fläche durch Lärmschutz- und Fabrikwände auf gute Weise verschollen ging. So blieb in kompletter Ungestörtheit ein Original der Stadtwildnis vom Typus „Natur der Vierten Art“ (Prof. Dr. Kowarik) erhalten.
Ein klares Senats-Statement an die Adresse der Eigentümerin Deutsche Bahn könnte die festsitzenden Bremsklötze für eine Zusammenarbeit lösen. Die Ingangsetzung langwieriger Unterschutz-stellungsverfahren verspricht beim derzeitigen Personalmangel wenig Wirkung – es braucht praxis- und zeitnahe Lösungen. Eine Plazierung von Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen würde eine mittelfristige Sicherung erreichen. Bei gutem Willen ist eine Erarbeitung und Umsetzung von Pflegekonzepten mit Zielhorizont 2021 durchaus machbar.

Herbstexpedition ins Reich der Eidechsen und Bonsai-Rotbuchen

Was für Flora und Fauna die Weinberge südlich des Breitengrads 51 gelten in Berlin die Bahnflächen als mediterrane Zonen. Wärme und Trockenheit wie auf den Parkplätzen der Baumärkte – nur eben aufgrund strukturreicher Schotterflächen als Startbahn für vielfältiges Leben. An diesem Tag erwartet uns eine spätsommerliche Szenerie und überraschend öffentlich versammeln sich Vier- bis Sechsbeiner zum Sonnenbad. Mehrmals gleiten grau-schwarze Reptilien eher unaufgeregt in ihre Verstecke.

Foto von Monika Dierenfeld

Waren das nun Zauneidechsen aus diesjähriger Schlüpfung oder gar mehrjährige Waldeidechsen?
Unsere Schritte über Stock und Stein bewirken zuweilen Kaskaden springender Grashüpfer – ansonsten perfekt getarnt in grau, grün und gefleckt.

Eine Begegnung mit der sagenumwobenen Gottesanbeterin muss wegen neulich kalter Nächte auf nächstes Jahr verschoben werden. Bleibt das Dementi von Fachleuten, dass die Damen jener Insekten mitnichten ihre Partner verspeisen – dieses Gerücht soll im Stress von Laborversuchen entstanden sein…

Die Apfel- und Beerenernte wird den wilden Ansässigen überlassen. Wir besuchen lieber die wunderliche Hundertschaft zwergwüchsiger Rotbuchen, die Ende des Hitzesommers 2019 unbeeindruckt grün posierten, um sich über Lehrbücher und Katalogempfehlungen lustig zu machen.
Die krautigen Bewohner machen einen nachsaisonalen Eindruck. Botaniker*innen aber sind vor einigen Jahren mit 20 Rote Liste-Arten fündig geworden, darunter 9 Zielarten des Berliner Florenschutzprogramms. Auch 2020 ist die Stiftung Naturschutz wieder auf Entdeckungs-tour.

Für die heraufziehende Kunstfliegerei der Fledermaus-Staffeln fehlt die Besinnlichkeit – wg. unseres Termins am Froschteich einer nahen Fabrik…

Möge die Vernunft der Verantwortlichen dieses Denkmal einer (seltenen) Naturförderung durch
Zivilisation erhalten!

 

 

Weitere Informationen:

Eine BUND-Dokumentation zum Flora- und Faunavorkommen vom April 2020 finden Sie BUND-DOKU-SÜDGELÄNDE 2- 2020

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Das kann weg? Wir finden auch! https://umweltzoneberlin.de/2020/09/07/das-kann-weg-wir-finden-auch/ https://umweltzoneberlin.de/2020/09/07/das-kann-weg-wir-finden-auch/#comments Mon, 07 Sep 2020 11:12:53 +0000 https://umweltzoneberlin.de/?p=5649 Berlin zählt noch vor Hamburg und Bremen zu den Top 10 der am stärksten versiegelten Kommunen Deutschlands. Zwischen 2011 und 2016 verschwanden in Berlin durchschnittlich 5.000 m² Boden pro Tag (!) unter Asphalt und Beton. Obwohl sich der Senat zum Ziel gesetzt hat, bis 2030 nur noch genauso viel zu versiegeln, was er an anderer Stelle entsiegelt wird, geht der Wohn-, Gewerbe- und Infrastrukturausbau ungebremst weiter. Begründet wird dies mit einer wachsenden Wohnungsnachfrage und einer hohen Investitionsbereitschaft.

Einerseits werden immer wieder Begehrlichkeiten geweckt, aus Platzmangel Flächen wie das Tempelhofer Feld zu bebauen, anderseits werden nach wie vor flächenzehrende einstöckige Neubauten für Supermärkte und Gewerbe mit großzügigen Parkplätzen und Einfamilienhäusern bewilligt. Wir vom BUND glauben aber, dass Berlin neben bezahlbarem Wohnraum dringend auch Flächen für die Anpassung an den Klimawandel, die Erholung und zum Schutz der Artenvielfalt benötigt. Offener Boden ist ein unverzichtbares Gut. Neben dem Lebensraum für Tiere und Pflanzen reguliert der Boden das Stadtklima und den Wasserhaushalt. Wussten Sie etwa, dass die Oberflächentemperatuten von Asphalt durchschnittlich doppelt so hoch sind wie die von Grünflächen? Zudem können versiegelte Flächen den (wenigen) Regen, der in Berlin fällt, weder aufnehmen und filtern noch Überschwemmungen durch Starkregen abfedern.

Deshalb setzen wir uns für eine Flächenkreislaufwirtschaft ein, die noch unbebaute Gebiete vorrangig für Natur und Erholung schont, Versiegelungen minimiert, ausgleicht, einen ressourcenschonenden Wohnungsbau im Bestand vorantreibt und die tatsächlichen Bedürfnisse der Bewohner*innen im Blick hat. Das sind in unseren Augen kürzeste Wege zu naturnahen Erholungsräumen, zur (Nah-)versorgung und zur Arbeit sowie bezahlbarer Wohnraum und ein verträgliches Stadtklima.

Alte Menschen, Menschen mit Gehbehinderung und größere Familien sind gerade für den Einkauf oftmals auf ihr Auto angewiesen. Häufig sind Parkplätze aber so überdimensioniert, dass selbst in Hochzeiten nur etwa die Hälfte der Plätze belegt ist. Hinzu kommt, dass Discounter auf wertvollem Bauland meistens nur einstöckig sind, obwohl die Parkfläche oder zusätzlicher Raum für Wohnen und Gewerbe sich auch sehr gut auf das  Dach verlagern ließe.

Kaum eine andere Stadt verfügt über ein so hohes Potential für Flächenrecycling, das eine Kombination aus Wohnen, Arbeiten, Naturschutz und Klimawandelanpassung ermöglicht, wie Berlin. Dazu zählen neben den überdimensionierte Parkplätzen und einstöckigen Discountern, Wohn- und Gewerbegebäuden auch großzügige asphaltierte Plätze, versiegeltes Brach- und überdimensioniertes Straßenland.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dieses Potential zu dokumentieren und alle Berliner*innen dazu aufgerufen, uns Fotos von Flächen zuzuschicken, bei denen sie sich eine sozial und ökologisch nachhaltigere Nutzung vorstellen könnten.

Diesem Aufruf sind etliche gefolgt. Dafür möchten wir uns bei allen ganz herzlich bedanken!

Hier nun unser Best-of an versiegelten „Das-kann-weg!“-Flächen in Berlin:

Einstöckige Supermärkte und Einkaufscenter mit überdimensionierten Parkplätzen

  • Birkbuschstr_TiloSchuetz
    Birkbuschstr. (c) Tilo Schütz
  • Bornholmer2_TiloSchuetz
    Bornholmer Str. (c) Tilo Schütz
  • Durlach2_TiloSchuetz
    Durlacher Str. (c) Tilo Schütz
  • Eastgate_Marzahner_Promenade_AFT
    Marzahner Promenade (c) Andreas Faensen-Thiebes
  • EinstöckigeSupermärkteaufehemKleingartenkolonie_Dietrichinger_Str_Wittenau_AFT
    Supermarkt auf ehemaliger Kleingartenkolonie: Dietrichinger Str. (c) Andreas Faensen-Thiebes
  • ErichWeinertStr_TiloSchuetz
    Erich-Weinert-Str. (c) Tilo Schütz
  • HeinrHeine_TiloSchuetz
    Heinrich-Heine-Str. (c) Tilo Schütz
  • Herthastr_TiloSchuetz
    Herthastr. (c) Tilo Schütz
  • Hohenzollerndamm_TiloSchuetz
    Hohenzollerndamm (c) Tilo Schütz
  • Manteuffelstr_TiloSchuetz
    Manteuffelstr. (c) Tilo Schütz
  • MöllendorfStorkower_TiloSchuetz
    Storkower Str. / Möllendorffstr. (c) Tilo Schütz
  • Streustr_TiloSchuetz
    Streustr. (c) Tilo Schütz
  • Supermarktparkplatz_Greifswalderstr_Andrea_Geldner
    Greifswalder Str. (c) Andrea Geldner
  • TeDammWolffring_TiloSchuetz
    Tempelhofer Damm / Wolffring (c) Tilo Schütz
  • Werbelliner_Mainer_Str_am_Sudhaus_Holger_Einfinger
    Werbelliner Str. (c) Holger Einfinger

 

Sterile Plätze und überdimensioniertes Straßenland

  • Tilla-Durieux-Park2_PotsdamerPlatz_Edelgard_Achilles
    Tilla-Durieux-Park am Potsdamer Platz (c) Edelgard Achilles
  • Tilla-Durieux-Park1_PotsdamerPlatz_Edelgard_Achilles
    Tilla-Durieux-Park am Potsdamer Platz (c) Edelgard Achilles
  • Tilla-Durieux-Park_PotsdamerPlatz_Edelgard_Achilles
    Tilla-Durieux-Park am Potsdamer Platz (c) Edelgard Achilles
  • SFriedrichstr_Richard_Karty
    S-Bhf. Friedrichstr. (c) Richard Karty
  • RotesRathaus_Andrea_Geldner
    Rotes Rathaus (c) Andrea Geldner
  • Nollendorfplatz2_Richard_Karty
    Nollendorfplatz (c) Richard Karty
  • Nollendorfplatz_Richard_Karty
    Nollendorfplatz (c) Richard Karty
  • IMG_20151123_154255-lines-S
    (c) Richard Karty
  • Kulturforum_Richard_Karty
    Kulturforum (c) Richard Karty
  • L1160483-s
    (c) Richard Karty
  • Mall_of_Berlin_Richard_Karty
    Leipziger Platz (c) Richard Karty
  • Marchlewskystr_Hildegard_Jadamowitz_Str_Carsten_Reetz
    Marchlewskystr. / Hildegard-Jadamowitzstr. (c) Carsten Reetz
  • Mendelsohn-Schaubuehne_Richard_Karty
    Mendelsohn-Bau, Schaubühne (c) Richard Karty
  • MosischEcke Kiefholzstrasse_ehemaliger_Schulhof_Baumschulenweg_Michaela_Pietrzik
    Ehemaliger Schulhof Baumschulenweg (c) Michaela Pietrzik
  • FU_Berlin_Sean_Nowak3
    FU Berlin (c) Sean Nowak
  • FU_Berlin_Sean_Nowak2
    FU Berlin (c) Sean Nowak
  • FU_Berlin_Sean_Nowak
    FU Berlin (c) Sean Nowak
  • Dreieck Kurfürstendamm_Damaschkestraße_Lehniner Platz_Philipp_Michael
    Dreieck Kurfürstendamm / Damaschkestraße / Lehniner Platz (c) Philipp Michael
  • Beitragsbild_Richard
    (c) Richard Karty
  • Antonplatz2_Pankow_AndreaGeldner
    Antonplatz (c) Andrea Geldner
  • 20200428_155257-lines-S
    (c) Richard Karty
  • 20200429_132259-lines-S
    (c) Richard Karty
  • Alexanderplatz_Richard_Karty
    Alexanderplatz (c) Richard Karty

Platz für Nachverdichtung

  • Luxemburger_TiloSchuetz
    leer-stehendes Parkhaus in der Luxemburger Str. (c) Tilo Schütz
  • Platz_fuer_Wohnungsbau_LeinestrHermannstr_Holger_Einfinger
    Aufstockungspotential für Wohnungsbau in der Leinestr. (c) Holger Einfinger
  • Tankstelle2_Anulfstr_Roman_Grabert
    Aufstockungspotential für Gewerbe in der Anulfstr. (c) Roman Grabert
  • mellowpark1
    Mellowpark, Treptow-Köpenick, (c) Michaela Pietrzik
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https://umweltzoneberlin.de/2020/09/07/das-kann-weg-wir-finden-auch/feed/ 1
Bauscham statt Bauwahn https://umweltzoneberlin.de/2020/09/03/bauscham-statt-bauwahn/ https://umweltzoneberlin.de/2020/09/03/bauscham-statt-bauwahn/#comments Thu, 03 Sep 2020 12:44:10 +0000 https://umweltzoneberlin.de/?p=5642 In der Neuauflage seiner Streitschrift „Verbietet das Bauen“ legt Daniel Fuhrhop dar, warum Neubau nicht das Geringste am Wohnungsmangel ändert, und stellt 100 Instrumente vor, wie bezahlbarer Wohnraum zu organisieren und die Flächenversiegelung zu stoppen ist. Eine Buchempfehlung.

Wenn es um Wohnungsbau geht, scheinen sich in Deutschland alle einig zu sein. Von CDU/CSU bis zur Linken, von der Immobilienwirtschaft bis zu den Mieterverbänden fordert man unisono „bauen, bauen, bauen!“. Zwar schwören die einen auf die wundersamen Kräfte des Marktes, während die anderen staatliche Lenkung in Form von kommunalem Wohnungsbau bevorzugen – ob aber wirklich neu gebaut werden muss, stellt niemand infrage.

Wirklich niemand? Nun, richtig viele Neubaufans gab es in der Umweltszene noch nie. Der BUND etwa fordert seit Jahren null Hektar Neuversiegelung, dass also nur auf ohnehin schon versiegelten Flächen gebaut wird beziehungsweise dass für jeden neu versiegelten Quadratmeter ein Quadratmeter an anderer Stelle entsiegelt werden muss. Aber kaum jemand hat die Sache so konsequent weitergedacht wie Daniel Fuhrhop. „Verbietet das Bauen“ lautet der durchaus ernstgemeinte Titel seiner 2015 publizierten Streitschrift, die jetzt in deutlich erweiterter und aktualisierter Form neu erschienen ist.

Warum das Bauen verbieten? Dafür führt der ehemalige Architekturverleger und heutige Wohnforscher Fuhrhop im Wesentlichen zwei Gründe auf. Erstens ist das Bauen eine Anhäufung ökologischer Probleme: Flächenversiegelung, Grünlandverlust, längere Verkehrswege in die Neubaugebiete, jede Menge Müll beim Abriss, hoher Energie- und Ressourcenverbrauch beim Neubau … Das alles ist nicht unbedingt neu. Bemerkenswert strikt ist aber die Konsequenz, die Fuhrhop daraus zieht, eben das Bauen gänzlich zu unterlassen. Und zwar ohne Ausnahme. Denn auch die vermeintlich ökologisch vorteilhaften Niedrig- oder Passivenergiehäuser schneiden in seiner Gesamtbetrachtung schlecht ab – staatlich besiegelte Ineffizienz nennt er DGNB-Siegel und KfW-Effizienzhaus 70.

Das zweite Argument für den Baustopp lautet: Bauen lindert nicht die Wohnungsnot, statt Wohnungsmangel herrscht eine Überversorgung. Um das zu untermauern, führt Fuhrhop das Beispiel Hamburg an: Dort wurden 2018 etwa 10.000 neue Wohnungen gebaut, was etwa dem Bevölkerungszuwachs entspricht. Gleichzeitig leben zwei Menschen in einer Neubauwohnung. So gerechnet wurden 5.000 Wohnungen zu viel gebaut, dennoch ändert sich kaum etwas an der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt. Eine lokale Momentaufnahme? Über längere Zeit und auf Bundesebene sind die Zahlen noch deutlicher: Zwischen 1993 und 2018 wuchs die Einwohnerschaft um zwei Millionen, im gleichen Zeitraum entstanden sieben Millionen neue Wohnungen.

Wie kommt es zu diesem Überangebot an Wohnraum? Zunächst ziehen (vor allem junge) Menschen aus wirtschaftlich schwachen Regionen in die Boomstädte und hinterlassen in ihrer alten Heimat ungenutzten Wohnraum.  Auf dieses Problem reagieren die schrumpfenden Städte bizarrerweise mit Neubau, wie Fuhrhop an den Beispielen Wuppertal und Cottbus zeigt. Sie hoffen, mit neuen Wohnungen oder günstigem Bauland innerhalb der Stadtgrenzen Wegzugwillige umstimmen zu können – und verstärken damit Verödungstendenzen ihrer Innenstadtbereiche. Das gilt nicht nur für Wohn-, sondern auch für Büro- und Gewerbeflächen.

In den Schwarmstädten hingegen bringt auch jahrelang anhaltender Neubau nicht den lauthals versprochenen günstigen Wohnraum für alle. Im Gegenteil: Der von Niedrigzinsen angefeuerte Immobilienkauf und -bau macht für viele Alteingesessene das Wohnen unerschwinglich. Fuhrhop beschreibt diese Entwicklung mit dem Begriff der Investification, die der Gentrification gefolgt ist. Für ihn sind „heute weniger die wirklich zuziehenden Reichen das Problem. Schlimm sind die von Reichen gekauften Wohnungen, die diese gar nicht zum Wohnen brauchen und die deshalb meist leerstehen. […] Denn jetzt ziehen nicht allein andere Menschen in die Städte, das Geld zieht ein.“ Dieses Phänomen tritt auch in Berlin auf. Spaziert man beispielsweise durch die Neubauquartiere am Gleisdreieckpark oder an der Bundesdruckerei, so fällt auf, wie viele Balkone verwaist und wie wenig Wohnungen abends beleuchtet sind.

Wenn der Befund stimmt, dass das Bauen kein Grundrecht ist und mittlerweile genug Häuser gebaut wurden – wie stoppen wir dann den umweltschädlichen und unnötigen Neubau? Dazu bietet Daniel Fuhrhop einen Baukasten von nicht weniger als 100 Werkzeugen an. Einige richten sich an Politik und Verwaltung, manche an Architekt*innen und Eigentümer*innen, andere an Mieter*innen, einige an alle zusammen: Abriss verhindern, versteckte finanzielle und ökologische Kosten beim Neubau offenlegen, Leerstand erfassen und sinnvoll nutzen, berufliche und private Platzverschwendung beenden, vermeintliche Bausünden der Nachkriegszeit wertschätzen, – und natürlich die drei U fördern: Umbau, Untervermietung, Umzüge (in kleinere Wohnungen).

Wer aus der oben erwähnten großen Koalition für das Bauen sollte sich für einen Paradigmenwechsel starkmachen? Fuhrhop zufolge wäre das im Sinne aller relevanten politischen Parteien, denn: „Es ist weder links noch rechts, das Bauen zu verbieten, sondern eine Frage der Vernunft. Konservativ ist es, unsere Häuser und Städte zu bewahren, sozial ist, teuren Neubau abzulehnen, ökologisch, energieintensiven Neubau zu meiden, und liberal, die Freiheit auch für die Wenigverdiener und kommende Generationen zu erhalten.“

Daniel Fuhrhop: „Verbietet das Bauen! Streitschrift gegen Spekulation, Abriss und Flächenfraß“. Oekom, München 2020, 222 Seiten, 15 Euro, ISBN 978-3-96238-194-3

Das Blog zum Buch: www.verbietet-das-bauen.de

Daniel Fuhrhop im Interview mit der BUNDzeit: https://www.bund-berlin.de/service/meldungen/detail/news/wenn-neubau-alle-probleme-loeste-gaebe-es-in-berlin-laengst-keinen-wohnungsmangel-mehr/?tx_bundpoolnews_display%5Bfilter%5D%5Btopic%5D=61&cHash=271e2470845d6d3d6d8aa880d922c13a

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Vogelparadies Südgelände https://umweltzoneberlin.de/2020/05/18/vogelparadies-suedgelaende/ https://umweltzoneberlin.de/2020/05/18/vogelparadies-suedgelaende/#respond Mon, 18 May 2020 11:12:55 +0000 https://umweltzoneberlin.de/?p=5355 Für unsere gefiederten Freunde hat das Südgelände einiges zu bieten: offene Flächen, dichte Büsche und wilden Wald. So ist für viele Vogelarten das Richtige dabei, um Junge aufzuziehen oder sich dort sogar das ganze Jahr aufzuhalten. Dass sich menschliche Besucher weitestgehend nur auf Wegen aufhalten dürfen und Dinge wie Radfahren dort nicht gestattet sind, schafft für die Vögel die nötige Ungestörtheit für einen guten Lebensraum.

Mönchsgrasmücke – männchen Foto: Kristina Roth
Mönchsgrasmücke-Weibchen Foto: Kristina Roth

Streift man mit offenen Ohren durch das Gelände, so ist allenthalben der wunderschöne Gesang der Mönchsgrasmücke zu hören. Mit etwas Geduld lassen sich diese kleinen Sangeskünstler in so manchem Strauch entdecken.

 

 

Rotkehlchen Foto: Kristina Roth

Rotkehlchen schauen mit neugierigen Augen, geschäftige Schwanzmeisen turnen im Gezweig der Bäume und im Laub rascheln Amseln auf der Suche nach Essbarem. Lauscht man den Vogelstimmen, so entdeckt man viele Töne: das zarte Zirpsen der Blaumeise und den etwas eintönigen Gesang des Zilpzalps zum Beispiel. Ringeltauben schlagen immer wieder lautstark mit den Flügeln und das Nebelkrähenpaar nutzt die alten Schienen als bequemen Weg durch die Wiese, von dem aus sich so mancher Leckerbissen entdecken lässt. Der Abend ist dann die Zeit der Singdrosseln und Nachtigallen. Ab und an ist es plötzlich ganz still. Der Turmfalke ist unterwegs! Vorsicht ist geboten. Ist er weitergeflogen, beginnen die Vogelstimmen aufs Neue anzuschwellen und alle gehen wieder ihren Alltagsgeschäften nach.
Immer mehr Zugvögel kehren zurück, um im Südgelände ihren Nachwuchs groß zu ziehen. Mit etwas Glück lassen sich zum Beispiel Bachstelze, Fitis und Neuntöter hören oder sogar sehen. Es gibt also jede Menge zu entdecken, nicht nur im Südgelände.

Der Frühling ist eine wunderbare Zeit. Natürliche Farben und Töne sind intensiv und wohltuend. Und man muss kein(e) Expert*in sein, um sich von Vogelgesang, frischem Grün und einer Vielzahl von Blüten und Düften berühren zu lassen. Es reicht hinauszugehen, einmal einen Moment innezuhalten und die Sinne zu öffnen.
Lassen Sie sich inspirieren und genießen Sie die Geschenke der Natur – ob auf einer Vogelführung mit mir im Südgelände, die hoffentlich bald wieder möglich sind, oder einem eigenen Streifzug durch die Natur unserer Stadt. Natur lässt sich nun mal am besten in der Natur erleben!

Ihre Kristina Roth
Graduierte Wildnispädagogin
www.wildpfoten.de

 

Weitere Links

Veranstaltungen des BUND – sobald es möglich ist, veröffentlichen wir die Termine hier

Infos zum Naturpark

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Baumzuwachs dank des BUND Berlin-Südwest https://umweltzoneberlin.de/2020/05/05/baumzuwachs-dank-des-bund-suedwest/ https://umweltzoneberlin.de/2020/05/05/baumzuwachs-dank-des-bund-suedwest/#comments Tue, 05 May 2020 13:58:38 +0000 https://umweltzoneberlin.de/?p=5328 Seit Jahren häuften sich Klagen über den Zustand des Guernica Platzes in Berlin-Zehlendorf zwischen der Spanischen Allee und der Breisgauer Straße. Dank des Vorschlags des BUND Berlin-Südwest an das Grünflächenamt und die Zehlendorfer Grünen wurzeln dort seit ein paar Tagen sechs Schwarz-Kiefern (Pinus nigra ssp. nigra), deren Kosten zur Hälfte der BUND übernimmt.

Warum Schwarz-Kiefern?

Der Guernica Platz erinnert seit seiner Ernennung 1998 an eine der vielen schrecklichen Bombardierungen, die Nazideutschland während des zweiten Weltkriegs durchführte. Angefangen hatte am 26. April 1937 alles mit Guernica, einer baskischen Stadt in Nord-Spanien. Durch den Einsatz von Spreng-, Splitter- und Brandbomben kamen mehrere Hundert Menschen zu Tode. Nachdem die Stadt völlig zerstört wurde, folgten Luftangriffe auf Warschau 1939, Rotterdam und Coventry 1940 und schließlich auf Belgrad im Jahr 1941.

Um dem Entsetzen über dieses erste Flächenbombardement der Geschichte zum Ausdruck zu bringen, eignet sich kaum ein Baum besser als eine ausgewachsene Schwarz-Kiefer, die dem Betrachter mit ihrem dunkleren und damit etwas düsteren Erscheinungsbild gleich ins Auge fällt. Darüber hinaus gibt es einen regionalen Bezug zu Guernica, da sich das natürliche Verbreitungsgebiet der Schwarz-Kiefer unter anderem über Nord-Spanien erstreckt. Aber auch ökologisch macht diese Auswahl Sinn, denn diese Kiefernart wächst noch mal etwas leichter an als die im Bezirk soweit verbreitete Wald-Kiefer, die übrigens auch das Zehlendorfer Wappen ziert. Dabei wählte der BUND Berlin-Südwest vor allem kleine Bäume aus, weil diese schneller anwachsen und so den Vorsprung der größeren besser aufholen können.

Neupflanzung schön und gut, aber…

Der Platz ist ringsherum von Wald- und Schwarz-Kiefern bestanden, deren unteres Stockwerk einst Rosen und dekorative Sträucher schmückte. Durch mangelnde Pflege wurden diese jedoch mehr und mehr überwuchert. Auf der Seite der Tewsstraße kamen zudem immer wieder kleine Wald-Kiefern hoch, die allerdings als unerwünschter Naturaufwuchs durch das Grünflächenamt kontinuierlich entfernt wurden.

Ein Fehler, denn gerade der natürliche Aufwuchs – auch unter dem Begriff „Naturverjüngung“ bekannt –  ist aus fachlicher Sicht nicht nur bei der Wald-Kiefer besonders wertvoll. Im Gegensatz zur Pflanzung können bei der Naturverjüngung die natürlichen Wirkmechanismen der Auslese greifen und diese machen sich in den Überlebenschancen der jungen Bäume bemerkbar. Beispielsweise findet die Wurzelentwicklung deutlich besser und vor allem ungestört statt, so dass Nährstoffe und Wasser ausgiebiger erschlossen werden können. Zudem weisen gekaufte Setzlinge durch die Beschränkung auf nur wenige Saatquellen eine genetische Verengung auf, die die Anpassungsfähigkeit von Bäumen zum Beispiel an Trockenheit beeinträchtigen kann.

Damit nicht genug

Im Gegensetz zum Naturaufwuchs müssen die kleinen Schwarz-Kiefern nun regelmäßig gewässert werden. Für diesen Zweck konnte der BUND Berlin-Südwest erreichen, dass das Tiefbauamt die Wasserpumpe am Platz reaktivierte. Weitere Arbeiten, wie den Rückschnitt von Sträuchern um die Pflanzstelle, die Beseitigung von konkurrierenden Robinien und Brombeeren und die Pflege der vernachlässigten Rosen, teilen sich Grüne und BUND. Wer dabei unterstützen möchte, ist herzlich willkommen!

Mitmachen beim BUND Berlin-Südwest

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Anmerkungen zu den angekündigten Baumfällungen im Bosepark https://umweltzoneberlin.de/2020/01/31/anmerkungen-zu-den-angekuendigten-baumfaellungen-im-bosepark/ https://umweltzoneberlin.de/2020/01/31/anmerkungen-zu-den-angekuendigten-baumfaellungen-im-bosepark/#comments Fri, 31 Jan 2020 13:29:12 +0000 https://umweltzoneberlin.de/?p=5254 Im Zuge des Planungsvorhabens Neue Mitte Tempelhof sollen auch die rund um das Rathaus Tempelhof gelegenen Grünanlagen Franckepark, Bosepark, Alter Park und Lehne Park umgestaltet werden. Solche Parksanierungen können erhebliche Eingriffe in die Stadtnatur, in etablierte Lebensräume von Tieren und Pflanzen darstellen. Sie bieten aber auch die Chance Pflegedefizite aufzuholen und zumindest Teile von Grünanlagen naturnah zu gestalten. Der BUND Berlin setzt sich daher für eine schonende Sanierung der Parkanlagen ein.

Begehung Vorort

Am 22. 11. veranstaltete der Fachbereich Grünflächen des Bezirkamts Tempelhof-Schöneberg im Bosepark eine Ortsbegehung. Auf mehreren mitgebrachten Stelltafeln waren Einzelpläne zu den Planungsmaßnahmen unter anderem auch zu den vorgesehenen Baumfällungen dargestellt, man konnte sich vorinformieren und dann beim gemeinschaftlichen Rundgang durch den Park hierzu an die Verantwortlichen Fragen stellen. Anwesend waren die zuständige Stadträtin Christiane Heiß und einer ihrer Mitarbeiter vom Fachbereich Grünflächen, sowie Mitarbeiter*innen des Planungsbüros SWUP GmbH.

Baumfällungen

Dem BUND Berlin wurde vorab eine Liste der geplanten Baumfällungen zugeschickt, diese weist insgesamt 22 Bäume auf, darunter zehn Sandbirken und sieben Douglasien, sowie eine Weide, ein Eschenahorn, zwei Kirschen und eine Scheinzypresse. Bei den von der Fällung betroffenen zehn Sandbirken handelt es sich größtenteils um untermaßige Gehölze, die sehr eng zu benachbarten, wuchsfreudigeren Sandbirken stehen und denen es auch auf Grund der Verschattung an einer hinreichenden Kronenausbildung mangelt. Sandbirken gehören zu den Lichtbaumarten, die Konkurrenzsituation haben die Bäume daher schon unter sich entschieden, eine Fällung würde nur den vorhersehbaren Ausgang vorwegnehmen. Auch gilt gerade bei Sandbirken zu beachten, dass diese ihre unmittelbaren Nachbarn nicht unerheblich schädigen können. Die namensgebenden Warzen auf den jungen Zweigen fühlen sich nicht nur an wie Schleifpapier, wenn der Wind Zweige hin und her peitscht kann durch sie die Rinde umstehender Bäume beschädigt werden.

Die sieben Douglasien stehen verteilt auf den Grünstreifen entlang der Manteuffelstraße einerseits, sowie als Gruppe jenseits des Weges hinter der Pergola. Die Douglasien an der Straße weisen einen stangenartigen Wuchs auf und ihnen ist nur noch ein spärliches Restnadelwerk verblieben. Die Bäume in der Douglasien-Gruppierung hinter der Pergola stehen sehr eng und die kleineren werden von den größeren Exemplaren teilweise überschirmt. Eine gesunde Entwicklung aller dieser Bäume ist so nicht mehr gegeben und so gibt es nachvollziehbare Gründe für die Entnahme einiger davon. Eine fast vollständige Entfernung der Baumgruppe – geht man nach den Katasternummern der Baumfällliste – ist vermutlich auch gestalterischen Gesichtspunkten geschuldet, zumal für die unmittelbar benachbarte abgestorbene Kirsche und einen ebenfalls abgängigen Eschenahorn eine Ersatzpflanzung an diesem Ort vorgesehen ist und Lichtraum geschaffen wird. Eine kleine Weide im nordwestlichen Zipfel an der Manteuffelstraße ist hingegen weitestgehend abgestorben.

Die Fällung einer am westlichen Wiesenrand der Parkanlage schrägwachsenden Scheinzypresse können wir aber nicht nachvollziehen und soll wohl aus gestalterischen Gründen erfolgen. Der BUND Berlin kritisiert ebenfalls den vorgesehenen Rückschnitt der Eiben entlang der Manteuffelstraße. Sie bilden dort eine grüne Schutzwand zur Straße hin, deren Erhalt – wie wir wohl wissen – auch den Bürger*innen ein großes Anliegen ist. Die Eiben, die baumförmig gewachsen sind, sollten wenn dann, mit Rücksicht auf ihren derzeitig erkennbaren Habitus eingekürzt werden, statt auf den Stock zurück geschnitten zu werden. Eiben vertragen Rückschnitte durchaus, aber bitte mit Augenmaß.

Bitte naturbeachtende Umgestaltung

Insgesamt sind bislang vier Ersatzpflanzungen vorgesehen. Wünschenswert sind hierbei Baumarten, die den klimatischen Veränderungen gewachsen sind. Die Stammabschnitte der zu fällenden Bäume sollten in geeigneten Bereichen als Totholz belassen werden, auch um ein zeitgerechtes Zeichen zu setzen und einen „Tummelplatz“ für allerlei Lebewesen zuzulassen und die Artenvielfalt im ganz Kleinen zu stärken.

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Graue Städte können unter bestimmten Umständen krank machen https://umweltzoneberlin.de/2020/01/30/graue-staedte-koennen-unter-bestimmten-umstaenden-krank-machen/ https://umweltzoneberlin.de/2020/01/30/graue-staedte-koennen-unter-bestimmten-umstaenden-krank-machen/#comments Thu, 30 Jan 2020 14:00:36 +0000 https://umweltzoneberlin.de/?p=5224 Nass und regnerisch ist es, aber auch wenn wir noch mittendrin im Winter stecken: Die Tage werden schon wieder länger und der nächste Frühling kommt bestimmt und dann zieht es uns auch wieder raus in die Stadtnatur! Gerade wenn uns in der Mittagspause oder kurz vor Feierabend nur wenig Zeit bleibt, um die Sonne zu genießen, ist es wichtig, ein Fleckchen Erde um die Ecke zu wissen, das problemlos erreicht werden kann, ohne, dass man sich mit einer kompletten Wanderausrüstung für alle Eventualitäten auf den Weg machen muss. Das können große bekannte Grünanlagen sein wie die Wuhlheide oder das Tempelhofer Feld. Aber leider hat nicht jede*r einen solchen Park in der Nähe.

Eine Million Menschen in Berlin haben keinen Zugang zu einer wohnungsnahen Grünanlage, die sie fußläufig innerhalb weniger Minuten erreichen können. Vor allem älteren und kranken Menschen bleibt da nur noch der Blick aus dem Fenster und der wird in Berlin zunehmend grauer.

Seit einiger Zeit befasst sich die Wissenschaft unter dem Themenfeld „Neurourbanistik“ mit den Auswirkungen städtischer Umweltbelastungen auf die menschliche Gesundheit. Eine hohe Lärmbelastung, ein reges Verkehrsaufkommen und fehlendes Grün werden als besonders stressverursachend angesehen. Dieser Stress kann sich in psychischen und physischen Krankheiten manifestieren, wenn den betroffenen Personen keine Bewältigungsoptionen zur Verfügung stehen –  ein Umstand, der vor allem auf ärmere und sozial benachteiligte Bewohner*innen zutrifft.

So mag es auch kein Zufall sein, dass laut einer Studie des Zentralinstitutes für seelische Gesundheit im Jahr 2011 Angststörungen bei Stadtbewohner*innen um 21% und Depression sogar um 39% häufiger vorkommen als bei der Bevölkerung auf dem Land [1]. Dabei ist aber nicht die bauliche Dichte die Ursache für mehr Stress, sondern die bauliche Form [2]. Dieser mangelt es vor allem an Grün.

Grün hat eine herausragende Bedeutung für unser Wohlbefinden

Wenig überraschend bestätigen bisherige Forschungsergebnisse, dass Grünbereiche in diesem Zusammenhang eine herausragende Bedeutung haben und den wichtigsten Beitrag leisten, um Stress zu reduzieren. Letzteres nimmt zudem mit dem Grad an Vielfalt von Pflanzen und Tieren zu. [3] Vor allem Singvögel haben eine beruhigende Wirkung auf den menschlichen Organismus. Pflegeleichtes Einheitsgrün, wie wir es in den vielen Berliner Grünanlagen und den Grundstücken der Wohnungsbaugesellschaften vorfinden, reicht also nicht aus, um das Wohlbefinden der Bevölkerung wirklich ernsthaft zu steigern. Ganz im Gegenteil wird einem beim Anblick eines Grünstreifens oder einer Parkanlage fast schon schwer ums Herz, wie lieblos hier gestaltet und gepflegt wird.

Verschärft wird die gesundheitliche Situation der Stadtbewohner*innen durch den Wärmeinseleffekt der Stadt. Die Bodenversiegelung und die dichte Bebauung sorgen dafür, dass es in Berlin im Mittel 3-4 °C wärmer ist, als im Umland. Das mag heutzutage noch zu ertragen sein, bis zum Jahr 2055 rechnen Klimawissenschaftler*innen aber mit deutlich heißeren Sommern und einem Jahresmitteltemperaturanstieg um 2,5°C. Darüber hinaus vollzieht sich auch hinsichtlich der Altersstruktur ein tiefgreifender Wandel, der die Stadtentwicklung vor zusätzliche Herausforderungen stellt.

Begrünte Innenhöfe sorgen für ein gutes soziales, ökologisches und meteorologisches Klima

Neben der verbindlichen Sicherung unserer Grünflächen vor Bebauung und ihrer naturnahen Pflege können auch mit der Begrünung von Höfen gleich mehrere positive Wirkungen erzielt werden. Kletter-oder Schlingpflanzen an den Hauswänden und Pflanzen auf dem Hof regulieren das Mikroklima. Im Sommer sorgt die Verdunstungskälte dafür, dass sich Häuser nicht allzu sehr aufheizen. Nachts wird dagegen Energie freigegeben, sodass begrünte Wände weniger stark abkühlen, was den Fassaden ein längeres Leben beschert. Im Winter bremsen Pflanzen den Wind, daher haben Häuser mit begrünten Fassaden einen niedrigeren Energieverbrauch. Zudem fungieren Blätter als Staubfilter, indem sie gasförmige Schadstoffe aufnehmen und diese erst wieder abgeben, wenn das Laub fällt. Mindestens aber genauso wichtig ist: Vor allem für ältere oder kranke Menschen sind begrünte Höfe eine Möglichkeit, ihnen ein lebens- und liebenswerteres Wohnumfeld zu schaffen. Auch sorgen sie für ein gutes soziales Klima, indem sich Anwohner*innen treffen, austauschen und gemeinsam aktiv werden können.

Wie sieht es mit der Förderung aus?

Auf der Bundes- als auch der Landesebene gibt es jedoch kein originäres Programm für die Hofbegrünung im Wohnungsbau. Ein Programm der Senatsverwaltung wurde bereits 1996 eingestellt, obwohl sich Flächenmangel und Klimaveränderungen seither drastisch verschärft haben. Die Bezirke Spandau, Friedrichshain-Kreuzberg und bis 2016 auch noch Pankow haben daraufhin eigene Hofbegrünungsprogramme aufgelegt, in dessen Zuge zwischen 2014 und 2018 insgesamt 15 Höfe begrünt wurden – in Anbetracht der Zeit und der Vielzahl an Innenhöfen ist das recht überschaubar. Zudem wurden die Maßnahmen in Friedrichshain-Kreuzberg aus Mitteln der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen finanziert. Es ist also davon auszugehen, dass die Hofaufwertungen nicht zu einer Erhöhung des Grüns im Bezirk insgesamt beigetragen, sondern allenfalls den Verlust von Grün durch eine Baumaßnahme anderenorts ausgeglichen bzw. ersetzt haben.

Der Umwelt- und Naturschutzverband Grüne Liga Berlin setzt sich seit Jahren für grüne Höfe in Berlin ein. Unter dem Motto Bestäubend schön Berlin! berät der Verein Mieter*innen, Hauseigentümer*innen und städtische Wohnungsbaugesellschaften zu einer klima- und insektenfreundlichen Gestaltung ihres Hofes. So sind mit Hilfe des Vereins schon viele Innenhöfe in einem neuen Grün erstrahlt. Aber auch die Grüne Liga Berlin kann den großen Nachfragebedarf für die ganze Stadt nur begrenzt decken.

Wir brauchen daher eine ambitionierte Stadtgrünpolitik, die verbindliche Flächen-Sicherungsinstrumente auf den Weg bringt und intelligente Lösungen wie die Hofbegrünung in einem deutlich höheren Umfang als bisher fördert und vorantreibt, um letztlich unsere Stadt vor dem Ergrauen zu bewahren.

Dieser Beitrag gehört zur Reihe #stadtbrauchtgruen. Bis Ostern werden die Naturschutz-Aktiven des BUND Berlin über aktuelle Probleme und auch Lösungsansätze der Berliner Stadtnatur berichten.

 

Was können Sie tun?

Unterzeichnen Sie unseren Aufruf „Stadt braucht Grün“ an den Senat und das Abgeordnetenhaus!

 

Quellen

[1] Zukunftsinstitut für seelische Gesundheit (2011). Warum wird man in der Stadt häufiger psychisch krank? https://www.zi-mannheim.de/fileadmin/user_upload/downloads/institut/KuM-PM_2011/110622_urbanitaet_aml.pdf (Zugriff 30.01.2020)

[2] Burton, E., Williams, K., Jenks, M., (2013): Achieving Sustainable Urban Form. Taylor and Fracis

[3] Eder, R., Allex, B., Arnberger, A. (2016): Einfluss von städtischen Erholungsgebieten auf Wohlbefinden, Konzentrationsfähigkeit und Stressempfinden von Jugendlichen. Umweltpsychologie, 20, (2), 15-35

 

Beitragsbild 1 von Ulrike Mai from Pixabay

Beitragsbild 2 von Katrin Wenz, BUND

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Naturschutz in der Warteschleife: https://umweltzoneberlin.de/2020/01/23/naturschutz-in-der-warteschleife/ https://umweltzoneberlin.de/2020/01/23/naturschutz-in-der-warteschleife/#respond Thu, 23 Jan 2020 16:41:11 +0000 https://umweltzoneberlin.de/?p=5206 „Eine Stadt ist kein Naturschutzgebiet“ ist ein Satz, den man leider öfters zu hören bekommt, wenn man sich in Berlin für den Schutz von Tieren, Pflanzen und ihren Lebensräumen einsetzt. Zugegeben, in die üblichen Vorstellungen von einem Naturschutzgebiet – von tiefen Wäldern, durch die nur schmale Pfade führen oder wilden Flüssen, die sich ohne festes Bett durch weite Wiesen schlängeln, an denen sich Hase, Fuchs und Schmetterling begegnen – will sich so eine Großstadt nicht so recht einfügen.

Für gewöhnlich werden Stadt und Natur als Gegensatzpaar angesehen, und wenn man sich anschaut, wie viel Wald und Wiese für eine moderne Stadt mit der Zeit unter Gebäuden und Straßen verschwunden sind, scheint der Gedanke auch erstmal nachvollziehbar. Jedoch darf es kein Widerspruch sein, würde es doch bedeuten, den Bewohner*innen der Städte einen erholsamen Spaziergang im Grünen, frische und kühle Luft oder Vogelgesang vorzuenthalten.

Stadtnatur als kulturhistorisches Erbe

Der Schutz der Natur als Lebensgrundlage des Menschen ist das eine, eine Stadt bietet aber – als urbane Landschaft – auch Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Zu diesen gehören unter anderem so bekannte Arten wie der Spatz (Haussperling), der sich seit dem Mittelalter an die Menschen gebunden hat und sich außerhalb von Siedlungen schwer tut. Oder auch die Feldlerchen gehören dazu, die man gut auf dem Tempelhofer Feld beobachten kann. Außerhalb der Städte finden sie kaum noch geeignete Flächen zum Leben. Letztlich gab es nun mal dort, wo eine Stadt entstanden ist, vormals auch eigenständige Ökosysteme und Biotope wie z. B. Moorflächen, die als Lebensraum gänzlich zu verschwinden drohen. Solche Flächen prägten die Entwicklung dieser Stadt und gehören genauso zum historischen Erbe wie alte Stadtkerne. Vielerorts sind sie aber nur noch in Straßennamen zu finden.

Eine Stadt ist menschengemacht und immer einer gewissen Entwicklung unterworfen, sie wird sich ausdehnen und gelegentlich auch wieder schrumpfen. Da es um ein vieles leichter ist, eine freie Fläche neu zu bebauen, anstatt eine einmal bebaute neu zu erfinden, sind die grünen Freiflächen in und um eine Stadt herum immer auch potentiell gefährdet. Es sind die Reserven von denen eine Stadt zehren muss. Nicht all diese Flächen sollte man als potentielles Bauerwartungsland vorhalten. Ausweisungen von Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebieten haben die Aufgabe, den Planern die Flächen vorzugeben, die nun einmal nicht entwickelt werden sollten. Stattdessen sind diese Gebiete dazu da, die Lebensräume zu schützen, Funktionen wie z. B. die stadtklimatische Bedeutung für neue und alte Anwohner zu erhalten oder auch Natur- und Kulturgüter für die Zukunft zu bewahren.

Langsamer als schleichend

Wie wertvoll eine Schutzgebietsausweisung sein kann, zeigt das Beispiel der Pfaueninsel. Nach der Abdankung der Hohenzollern gab es ernstzunehmende Bestrebungen, die Insel zu privatisieren und mit Villen zu bebauen. Die Pläne wurden erst begraben, als die Insel 1924 als Naturschutzgebiet geschützt und damit auch der Allgemeinheit zugänglich gemacht wurde. Eine Bebauung wäre ein herber Verlust gewesen.

Zurück in der Gegenwart wartet eine ganze Reihe von Natur- und Landschaftsschutzgebieten seit Jahren auf ihre Ausweisung, die sich aufgrund des anhaltenden Personalmangels in der Verwaltung leider nur noch langsamer als schleichend vollzieht. Dazu gehören so bekannte Gebiete wie der Flughafensee in Tegel oder auch das beliebte Naherholungsgebiet Marienfelder Feldmark. Obwohl die Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet schon lange beschlossene Sache ist, gab es erst im letzten Jahr einen Vorstoß, nun doch eine Umgehungsstraße zu dem dahinter liegenden Gewerbegebiet durch die Feldmark zu legen. Ein Argument der Straßenbefürworter war, dass bald ohnehin nur noch Elektro-LKWs fahren würden, die Anwohner*innen und Erholungssuchende auch nicht stören würden.

Wir hoffen, dass die lange überfällige Ausweisung der Marienfelder Feldmark und der anderen Schutzgebiete schneller erfolgen wird!

Dieser Beitrag gehört zur Reihe #stadtbrauchtgruen. Bis Ostern werden die Naturschutz-Aktiven des BUND Berlin über aktuelle Probleme und auch Lösungsansätze der Berliner Stadtnatur berichten.

 

Was können Sie für Schutzgebiete tun?

Unterzeichnen Sie unseren Aufruf „Stadt braucht Grün“ an den Senat und das Abgeordnetenhaus, denn für die längst überfälligen Schutzgebietsausweisungen braucht die zuständige Senatsverwaltung mehr Geld und mehr Personal.

 

Unser Ausflugstipp

Baumdenkmalpfad Pfaueninsel

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https://umweltzoneberlin.de/2020/01/23/naturschutz-in-der-warteschleife/feed/ 0
Spatzen am Weigandufer unter Druck https://umweltzoneberlin.de/2020/01/13/spatzen-am-weigandufer-unter-druck/ https://umweltzoneberlin.de/2020/01/13/spatzen-am-weigandufer-unter-druck/#comments Mon, 13 Jan 2020 11:37:09 +0000 https://umweltzoneberlin.de/?p=5153 Unglaublich, aber wahr: Der Spatz, den fast jedes Kind kennt, manövriert gerade in vielen europäischen Großstädten vom „Allerweltsvogel“ zur bedrohten Art. Als erste deutsche Großstadt hat nun auch Hamburg den Haussperling auf die Vorwarnliste der gefährdeten Arten gesetzt.

Die Gründe für seinen Rückgang sind vielfältig. Als Gebäudebrüter sind Spatzen auf kleine Nischen an Hausfassaden angewiesen. Mit der Sanierung von Gebäuden schwinden diese. Bei Neubauten werden Brutplätze häufig gar nicht erst mitgedacht.

Zudem ist die Art und Weise, wie städtische Grünanlagen geplant und gepflegt werden, ein Problem. Aus Mangel an Geld, Personal und vielleicht auch Unwissenheit besteht das Gros der Grünflächen aus einem artenarmen „Einheitsgrün“, in dem Sträucher in regelmäßigen Abständen flächendeckend bodennah zurückgeschnitten werden oder gar ganz verschwinden. Diese Grünflächenpraxis führt dazu, dass Spatzen weder ausreichend Insekten für ihre Jungen noch geeignete Verstecke zum Rasten finden.

Ein Hilfeversuch

Nachdem auch am Neuköllner Weigandufer zwischen Inn- und Fuldastraße im vergangenen Jahr alle Sträucher gerodet wurden, stellten der BUND Berlin und die Berliner Spatzenretter kurz vor Weihnachten mit Genehmigung des Neuköllner Grünflächenamtes eine Weidenkugel als Notunterkunft auf. Zwar sieht der Bezirk eine Ersatzpflanzung von insgesamt 300 Sträuchern vor, bis es allerdings so weit ist und sich die neuen Gehölze dann auch entsprechend entwickelt haben, fehlen den Tieren ihre dringend benötigten Ruhe- und Versammlungsorte.

Natürlich kann die Spatzenkugel nicht über die hier beschriebene grundsätzliche Problematik hinwegtäuschen – die Kolonie scheint sich seit der Rodung vor allem auf der gegenüberliegenden Seite aufzuhalten. Dennoch sind der BUND und die Berliner Spatzenretter zuversichtlich, dass die Kugel den Tieren vor Ort zumindest vorübergehend ein zusätzliches schützendes Versteck bietet. Vor allem aber ist es beiden Naturschutz-Vereinen ein wichtiges Anliegen, sowohl die Mitarbeiter*innen des Grünflächenamtes als auch die Passant*innen für dieses Thema zu sensibilisieren. Wildtiere in der Stadt sind leider keine Selbstverständlichkeit.

Artenschutz nimmt alle in die Pflicht

Dabei könnten die Bezirke schon mit den einfachsten Methoden einen großen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Pflegekräfte könnten stärkere Schnittmaßnahmen an Gehölzen beispielsweise abschnittsweise durchführen, so dass betroffene Insekten, Amphibien, Vögel und Kleinsäuger auf benachbarte Sträucher ausweichen können. Stauden- und Krautschichten in den Saumbereichen von Sträuchern sowie Laub sollten belassen werden, solange das Gehölz dadurch nicht beeinträchtigt wird. Und anstatt alle 3-5 Jahre einmal mit der Motorsäge Tabula rasa zu machen, könnten Sträucher einmal jährlich behutsam verjüngt und von abgestorbenen Zweigen befreit werden.

Leider beobachtet der BUND aber auch immer mehr private Hauseigentümer, die Hecken und Sträucher durch Mauern und Zäune ersetzen oder anstatt den heimischen lieber zu den exotischen Gehölzen greifen. Diese sind für Spatzen völlig nutzlos, da hier keine Insekten leben. Vor allem in den innerstädtischen Bezirken wird zudem das Vermüllen mit Unrat aller Art zu einem immer unangenehmeren Problem. Wer hat neben Trinkpäckchen, Coffee To Go Bechern und Zigarettenpackungen nicht auch schon mal einen kaputten Fernseher in einem Gebüsch liegen sehen?

Artenschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die dringend angegangen werden muss, bevor auch hier scheinbar ständig vorkommende Arten auf der Roten Liste landen. Entscheidend ist, dass die Bezirke mit gutem Beispiel voran gehen und dafür die nötigen Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommen. #stadtbrauchtgrün

Dieser Beitrag gehört zur Reihe #stadtbrauchtgruen. Bis Ostern werden die Naturschutz-Aktiven des BUND Berlin über aktuelle Probleme und auch Lösungsansätze der Berliner Stadtnatur berichten.

 

Was können Sie tun?

Unterzeichnen Sie unseren Aufruf „Stadt braucht Grün“ an den Senat und das Abgeordnetenhaus.

Bauen Sie unsere Spatzenkugel einfach nach: Bauanleitung  – Spatzenkugel aus Weiden

 

Veranstaltungstipps:

Lesung, 20.1.: Ernst-Paul Dörfler liest aus seinem neusten Bestseller „Nestwärme – was wir von Vögeln lernen können“

Vortragsabend, 3.2.: Vogelsterben an Glasfassaden

Vortragsabend 2.3.: Vom Allerweltsvogel zur bedrohten Art? Bestand, Entwicklung und Aspekte zum Schutz des Haussperlings

 

Weiteführende Informationen:

Projekt Berliner Spatzenretter

Spatzen in Berlin und München

Bauanleitung für Nistkästen

Vogelfreundlicher Garten

Flyer: Pflanzliste für einen naturnahen Balkon

Flyer: Pflanzliste (Sträucher und Gehölze) für einen vogelfreundlichen Garten

Flyer: Gartentipps

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