Print

Posted in:

IGA 2017

AACHEN - THF - MARZAHN - METAMORPHOSE EINES UNGELIEBTEN WESENS

© by ©Lichtschwaermer

ABFLUG IN AACHEN – GELANDET IN DER KONFLIKTZONE
TEMPELHOFER FELD

Nur zwei Bewerberstädte gab es und eine stieg noch aus –
so war die Lage der IGA-Initiatoren im November 2009.
Die 250.000-Einwohnerstadt Aachen fühlte sich finanziell
überfordert und verzichtete. Der andere und einzige Bewerber hieß Berlin,
aber die auswärtigen Planer konnten kaum ahnen, auf was sie sich
damit einließen:

Am 20.Juni 2009 wollten tausende BerlinerInnen das seit der Schließung
des Flughafens (30.10.2008) abgesperrte Gelände besetzen.
Traurige Bilanz des Tages: 1.500 Polizisten im Einsatz und über
100 Demonstranten verhaftet. Schließlich konnten die Berliner
am 8. Mai 2010 die 300 ha Parkfläche neuen Typs offiziell in Besitz nehmen.

Der Senat hatte andere Pläne und setzte die IGA aufs Feld, um
frühzeitig Fakten für seine Bebauung zu schaffen. Die IGA-Planer
waren plötzlich ungewollt Zielobjekt eines großen Streits in der Stadt.
Man stand unter Zeitdruck und die nördliche Hälfte des Feldes musste zeitnah eingezäunt werden, um die Baustelle zu beginnen.
Indes bereiteten Bürger den Start eines Volksbegehrens vor…

Eine höchst ungemütliche Situation für eine Gartenschau:
Ablehnende bis feindliche Stimmung garantiert und mieses Image
schon vor dem ersten Spatenstich…

DER WENDEPUNKT:
SHOW-DOWN IN DER KREUZBERGER PASSIONSKIRCHE AM 7.JUNI 2012

Christoph Schmidt, Geschäftsführer der Grün Berlin GmbH, der Ausrichterin der IGA,
trat vor die Bürger, um ihre Gestaltungswünsche für das gesamte
Tempelhofer Feld zu diskutieren. Der Abend verlief friedlich, aber
völlig anders als geplant…
Christph Schmidt nahms gelassen und landete wenige Wochen später
einen Coup: Umzug der IGA nach Marzahn, wo man von Rathaus und
Bürgern mit offenen Armen empfangen wurde.

EINE GARTENSCHAU NEUER ART MIT DEN VARIANTEN „B + T“

Während das Tempelhofer Feld Richtung Volksbegehren steuerte,
ging in Marzahn plötzlich fast alles. Grün Berlin GmbH wagten mit der IGA sich gewinnbringend ins Feld der Bürgerbeteiligung und Transparenz.
Naturschutzverbände, Politiker und Planer arbeiteten miteinander,
um wegzukommen von der oft beklagten „Blümchenschau“.  Ökologie und Umweltbildung sollte konsequent auf die Tagesordnung setzt werden.
Die Art und Weise wie diese IGA entstanden ist, kann inzwischen
bundesweit als Vorbild eingestuft werden.

Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt der einzige größere Streitpunkt das Musik- und
Kulturprogramm – aber da sind die Geschmäcker eben verschieden.

UND WER EINWÄNDE HAT, DER REDE HIER UND JETZT – ANSONSTEN….

 

Titelfoto: ©Lichtschwaermer

4 Kommentare

Kommentar schreiben
  1. Bundsweites Vorbild!? Entschuldigung aber der Autor hat geschlafen! Die gesamte IGA-show in Marzahn-Hellersdorf ist ein einziger Skandal und ein reines Steuergeldgrab! Nochmal ordentlich recherchieren bitte!

  2. Von den Bürgern mit offenen Armen empfangen? Eher nur vom Rathaus. Und welche Bürgerbeteiligung?
    Wir wurden nicht gefragt und komplett übergangen, in allen und jeden Entscheidungen. Es wurde uns weggenommen, was nicht wiederkommt.
    Die Grün AG wollte dieses Areal rund um den Kienberg schon länger haben, nur mit der IGA hat es endlich geklappt und wird garantiert nicht mehr frei gegeben.
    Bitte richtig recherchieren. Danke

  3. Interessant was für eine positives Stimmungsbild in den Blogs und Artikeln der Berliner Medien bezüglich der IGA in Marzahn-Hellersdorf verbereitet wird. Ich schließe mich dem Vorredner an, ungenügende Recherche. Da gab es keine Bürgerbeteiligung. Transparenz, Umweltschutz, Vorbild? Ich lass mich da gerne von Ihnen eines Besseren belehren. ICH HAB EINWÄNDE, HAUSAUFGABEN ERLEDIGEN HERR AUTOR.

  4. Der Autor dieses Artikel hat den Beitrag offenbar diktiert bekommen – wie fast alle Beiträge zur IGA2017 nicht die wirklichen Umstände und tatsächlichen Stimmungen wieder geben. (Daher kommt wohl auch die Bezeichnung „Blümchenpresse“).
    Es gab keinerlei Bürgerbeteiligung. Das Projekt wurde durchgezogen, wie von Anfang an geplant. Tötungsverbote für vom Aussterben bedrohte Tierarten, wie z.B. dem Wachtelkönig, wurden für die Baumaßnahmen aufgehoben. Die intensive Beleuchtung des gesamten Geländes (nachts verschlossen und durch Sicherheitsfirma bewacht) ist nicht nur eine unglaubliche Ressourcenverschwendung – hier wird Lichtverschmutzung auf die Spitze getrieben. Insbesondere die Beleuchtung der Gewässer Wuhleteich, Biesdorf-Marzahner-Grenzgraben, Koppelpfuhl, verstoßen gegen geltende Richtlinien. Ausgleichsmaßnahmen für die Wasserralle und den Rohrschwirl können nicht umgesetzt werden, da die Fläche für das Schaugärtnern und den Eintrag gebietsfremder Arten gebraucht werden. Schilfbestände am Wuhleteich, die das Brutgebiet für viele Wasservögel waren, wurden Ende März abgemäht. Den Elektrozaun im Flachwasserbereich des Wuhleteiches und am Ostufer als Naturschutz zu verkaufen, schlägt diesem verlogenen Fass den Boden aus!
    Gartenschauen sind nichts weiter als das Ergebnis der erfolgreichen Lobbyarbeit der Garten- und Landschaftsbauer. Wenn sie ein Erfolgsmodell wären, bräuchten sie keine Fördergelder in Millionenhöhe (die im übrigen nie zurück gezahlt werden.)!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.