Print

Posted in:

WESTKREUZ als No. 4:

nach TEMPELHOFER FELD (2010) - NATURPARK SÜDGELÄNDE (1999) - WEIDELANDSCHAFT LICHTERFELDE (1994)

BÜRGER-ENGAGEMENT SICHERT DOKUMENTE BERLINER GESCHICHTE –
INSPIRATION FÜR EINE ÖKOLOGISCHE STADTPLANUNG

Die Gezeiten von Ebbe und Flut der Berliner Geschichte haben grüne Paradiese geformt, die meist aufgrund der Begehrlichkeiten der Immobilienlobby ins Blickfeld der Öffentlichkeit rückten. Sie wurden zum Typus neuartiger Parkanlagen und provozieren Begriffe wie Brache = Unland, irritierende Leere – HORROR VACUI – früher gemeinhin Bauland – aber für immer mehr Bürger jedoch Sinnbild für kreative Freiräume und Erholungsinseln mit Naturerlebnis. Als Gegenentwurf von üblichen ordentlichen Planungsprodukten sind diese ehemaligen Bahn-oder Flughafen-Flächen erfahrbare Zeugnisse der Geschichte mit reizvollen Lebensräumen für bedrohte Pflanzen- und Tierarten – während draußen vor der Stadt die toten Landwirtschaftsflächen die Listen von bedrohten Arten weiter wachsen lassen.

Derartige Konzepte wie der Natrupark Südgelände und Co. werden von der Gartenarchitektur heute international als fundamentale Innovation urbaner Grünplanung gefeiert. Geschenkt wurde allerdings wenig – persönlicher Einsatz, Mut und Stress-Resistenz (bis hin zum Volksbegehren) war eine Form des Bürgerwillens anspruchsvoller Art.

WEM GEHÖRT DIE STADT ? MUSTERBEISPIEL GEGEN
DAS KATZ- UND MAUS-SPIEL VON INVESTOREN

Milliarden Euro sind auf der Suche nach profitablen Anlagen und das gerne in Berlin.Interessierte Kräfte machten via Medien und Architektur-Wettbewerben mobil zum Zugriff auf das seit Mauerzeiten verborgene ca. 17 Hektar grosse Gelände am Westkreuz östlich des Kreuzungsbahnhofs.
In dieser Situation entstand die Idee, diese ungewöhnliche Landschaft mit einer Zukunft als Park für alle zu retten. Denn es ist – für Berliner Verhältnisse – eine kleine Bergwelt aus Bahn-Relikten, 300 sehenswert naturnahen Kleingärten mit über drei Hektar 70 Jahre unberührter Stadtwildnis. Bei Politik und Verwaltung stieß diese Vision auf offene Ohren, denn schon zu oft sind an den Interessen der Stadt vorbei wertvolle Bahnflächen meistbietend zur Betonierung versilbert worden. Nicht jedes Grün muss bebaut werden – Wohnungsbau ja, aber nicht überall.

Die neue INITIATIVE WESTKREUZ-PARK machte es sich zur Aufgabe viele Besucher
durch die weithin unbekannte Anlage zu führen darunter auch regelmässig Gäste
aus Abgeordnetenhaus, BVV und Naturschutzverwaltungen.
Im Juli 2017 beschloss das Bezirksamt mit Unterstützung des Senats die Aufstellung
eines Bebauungsplans – diesmal nicht, um zu bauen sondern das Westkreuz-Gelände
als Grünfläche zu bewahren – Instrumente des Bau-Planungsrechts einmal umgekehrt.
Ein hoffnungsvolles Zeichen !

WESTKREUZ-NORD: VIRTUELLER SEZESSIONS-ZUSTAND

Sämtliche Bürgerdialoge und freiraumplanerische Gutachten dieses Jahres beschäftigten sich mit den kompletten 17 Hektar des angedachten Parks. Umso größer war die Überraschung als in der vorgelegten Änderung des Flächennutzungsplans als auch im zukünftigen Bebauungsplan (4-66) sieben Hektar des nördlichen Teils ausgespart blieben. Die Verkehrsverwaltung hatte wegen der anstehenden Sanierung der benachbarten Autobahn Einspruch erhoben: „Eine FNP-Änderung und daraus resultierende flächennahe Begrünung (?) kann zur Behinderung der Baumassnahme führen. Eine Bepflanzung (?) …würde etwaige Mehrkosten verursachen“. Eine seltsame Begründung, da ein Abräumen der Kleingärten und ein Neubau-Park
in allen Überlegungen in keiner Weise auftauchten.

So segelt der Nordteil in der labilen Konstellation als immer-noch-Bahnfläche –
im östlichen Drittel drohend besetzt als Bauland des antiquierten Baunutzungsplans
von 1958 und im westlichen Drittel als Verkehrsfläche (B-Plan VII – 101),
immerhin nicht bebaubar.

Zuversicht ist erste Naturschützerpflicht und so sei Stadtrat Schruoffeneger zitiert:
„….da wird ein neuer Bebauungsplan drübergelegt.“ Der BUND wird dranbleiben !

 

KOMMT ALLE ZUR ABSCHLUSS-VERANSTALTUNG DER WORKSHOP-REIHE
„Wir gestalten das Westkreuz“

Vorstellung des fortgeschriebenen Freiraumkonzepts
Büro FUGMANN JANOTTA PARTNER

23. November 2017 18:00 Rathaus Charlottenburg BVV-Saal
Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin U-Bf. Richard-Wagner-Platz (U 7)

Aktuelles unter https://westkreuzpark.de/

 

PS Lesen Sie auch unseren Blogbeitrag vom 29. Juni 2017:

„Westkreuzpark eine Mission“

 

Ein Kommentar

Kommentar schreiben
  1. Warum diskutiert niemand mehr über die Wasserstadt Spandau? Dort sollten tausende Wohnungen gebaut werden, das „Haveleck“ z.B. ist komplett erschlossen, ruht aber wegen des Fluglärms in Tegel…

One Ping

  1. Pingback:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.