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Pfand auf Zigaretten und Schachteln

Umdenken bei Littering-Sorgen

Diskussionsbeitrag von Stephan von Orlow zur von ihm mit der Initiative „Die Aufheber“ gestarteten Online-Petition: http://chng.it/H8NZqrt4

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Jahrelang schon belasten unachtsame Mitbürger*innen ihre Umwelt mit Plastikmüll und Kippenresten. Die klassische Strategie der Behörden besteht im Wesentlichen aus:

  1. Bewusstseinsbildung
  2. mehr Papierkörbe
  3. nachhaltiger exekutierte Ordnungsmaßnahmen.

Alle drei Maßnahmen laufen seit Jahren, verursachen enorme Kosten und die positiven Veränderungen im Landschaftsbild sind eher mäßig, wie jeder unschwer beobachten kann.
Unsere Bürgerinitiative „die Aufheber“ startet nun einen ganz anderen Ansatz. Mit der Petition http://chng.it/H8NZqrt4 werben wir für Pfand auf Zigaretten und Schachteln, ganz konsequent.
Pro Zigarette fordern wir, 20 Cent Pfand zu entrichten. Sind die Kippen geraucht, werden sie in einem Taschenaschenbecher, der zum Pfandsystem gehört, hygienisch an den Point of Sale zurückgeführt und das Pfand wird wieder ausgezahlt. Neutral für die Guten, die ihre Kippen ordentlich entsorgen. Teuer für die Anderen, die ihre Kippen in die Umwelt werfen. Freie Sammler können die Kippen, die trotzdem in der Umwelt landen, auflesen und für etwa den halben Pfandwert zurückgeben.

Der besondere Mehrwert an unserem Vorschlag ist – das Pfand gibt es nur bei gleichzeitiger Rückgabe der Zigarettenschachtel zurück. Und nun wird es spannend, denn wir können die Zigarettenschachteln in einem Zuge rohstofflich in einen Kreislauf schicken. Da die Verpackung nicht mehr verloren geht (Verbrennung, Endlagerung, Entsorgung ins Ausland), können wir sie so konstruieren lassen, dass eine rohstoffliche Wiederverwertung überhaupt in Betracht gezogen werden kann. Aus einer alten Schachtel wird eine neue Schachtel. Wir bauen derzeit darauf, dass wir Schachteln sogar als Mehrwegprodukt produzieren können und so die Neuproduktion um einige Auslieferungszyklen aussetzen und gegen die ökologisch sinnvollere Aufreinigungen ersetzen können.

Wer das will, kommt nicht um Änderungen in den Standardprozessen der Hersteller herum. Wir haben diese Änderungen bereits in unserem Think-Tank, der Kanban-Initiative, versucht zu analysieren und ein Konzeptpapier unter http://www.kanban-initiative.org/Kanban-Initiative-Konzeptpapier.pdf bereitgestellt, das wir gerne im BUND zur Diskussion stellen möchten. Die Rückkehr der Verpackungen an einen spezifischen Hersteller ist zu teuer und wir fordern daher für die gesamte Branche einen einzigen Verpackungstyp. Was zunächst revolutionär klingt, ist einfach eine schiere Notwendigkeit zur Senkung der (Umwelt-)Prozesskosten, denn wir sparen an Logistik, Energie und CO2, wenn eine Packung nicht mehr zu einem spezifischen Hersteller zurückgebracht werden muss.

Aufklärungsbedarf und Ordnungsmaßnahmen erübrigen sich – das Littering aus Kippen reduziert sich nach unserer Schätzung zu mindestens 90%, vermutlich weit mehr. Ist der Effekt nicht ausreichend, wird das Pfand erhöht bis sich der angestrebte Reinigungseffekt einstellt. Die Kosten für die Raucher sind neutral, wenn sie ihre Kippen zurückführen. Die Branche ersetzt 72 Mio. Packungen pro Tag in Europa gegen eine entsprechende Anzahl zirkulierender Mehrwegschachteln, die wir allgemein als Kanban bezeichnen. Der Ressourceneinsatz für die Verpackung ist konstant, da die Masse der Verpackung im Wesentlichen konstant bleibt.
Die Natur wird es danken – Problem gelöst. Bitte stärkt unsere Petition, damit wir für das Modell in Politik und Industrie werben können.

Herzliche Grüße,
Stephan von Orlow

Titelfoto: cigarettes by Hebi B. from pixabay

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