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Klimaschutz-Leitfaden für Kliniken online

Stolz blicken die Klimamanager/innen in die Kamera. Und das zu Recht – sie haben sich für besseren Klimaschutz in ihren Kliniken eingesetzt und konnten durch dieses Engagement mehr einsparen als geplant: In einem Zeitraum von drei Jahren reduzierten die 50 bundesweit beteiligten Kliniken knapp 35.000 Tonnen CO2. Dies entspricht etwa dem CO2-Fußabdruck von über 6.000 Berlinerinnen und Berlinern. Die beteiligten Kliniken sparen außerdem noch neun Millionen Euro an Betriebskosten.

Dass dies keine Zauberei ist, sondern auch umgesetzt werden kann, verdeutlicht der kürzlich erschienene Online-Leitfaden „Klimaschutz in Kliniken verankern“ des BUND Berlin. Er bietet wertvolle Tipps zur Stärkung der Klimaschutz-Thematik sowie anschauliche Beispiele von überwiegend nicht- und geringinvestiven Energiesparmaßnahmen in Gesundheitseinrichtungen. Auch sind Hinweise enthalten, wie die Position „Klimamanager/in“ einzurichten ist und wie kommunikative, fachliche oder finanzielle Hemmnisse beim praktischen Klimaschutz überwunden werden können.

Von Lüftungsoptimierung bis Nutzerverhalten

Der Fokus des Leitfadens liegt vor allem dort, wo belüftet, gekühlt, geheizt und beleuchtet wird. Krankenhäuser – egal wie groß sie sind – können vor allem bei der Lüftung  CO2 einsparen. Zum Beispiel hat ein Klimamanager in seinem Krankenhaus die Lüftung von nicht genutzten OP-Räumen abgeschaltet. Dies war ein längerer Abstimmungsprozess, bei dem er sich auch mit der Hygienefachkraft sowie dem zuständigen Gesundheitsamt koordiniert hat. Dann hat er in 20 OP-Räumen Präsenzmelder einbauen lassen, so dass die Lüftung anspringt, wenn sich jemand im OP befindet. Für die Klinik hat sich das gelohnt: Der Stromverbrauch konnte alleine in dem Krankenhaus um 215.000 Kilowattstunden im Jahr gesenkt werden. Das ist so viel, wie der Stromverbrauch von etwa 134 Single-Haushalten in Berlin. Das Klima wird hierdurch um ca. 140 Tonnen CO2 entlastet.
Aber auch die Nutzer haben großen Einfluss auf den Energiebedarf. Zahlreiche Kliniken haben Aufkleber und Plakate entwickelt, die sich auf die Nutzung von Treppen statt Aufzügen, das energiesparende Raumlüften, das Ausschalten von Lampen und Computern usw. beziehen. Einige Klimamanager/innen schulen sogar die Kollegen in der Pflege und unter den Ärzten zum Thema „Energiebewusstes Verhalten“. Schätzungsweise kann bis zu zehn Prozent der Energie durch optimiertes Nutzerverhalten eingespart werden, wenn intensiv im Umfeld informiert und kontinuierlich motiviert wird.

Warum überhaupt ein Klimaschutz-Leitfaden für Krankenhäuser?

Krankenhäuser haben einen großen Energiebedarf – und das 24 Stunden an jedem Tag. Für ein Krankenhausbett ist so viel Energie nötig, wie für vier Einfamilienhäuser. Es gibt also signifikante Einsparpotenziale und der BUND motiviert dazu, diese in Gesundheitseinrichtungen aktiv zu nutzen. Und das ohne größere Kosten für die Kliniken und ohne Abstriche bei der Patientenversorgung. Daher auch das vom BUND Berlin geleitete Projekt „KLIK – Klimamanager für Kliniken“ (siehe auch den Blog-Beitrag „Wenn es KLIK macht“ ) oder auch das BUND-Gütesiegel „Energiesparendes Krankenhaus“.

 

Weitere Informationen zu Klimaschutz im Krankenhaus:
www.energiesparendes-krankenhaus.de oder www.klik-krankenhaus.de
Download des Leitfadens: www.KLIK-Krankenhaus.de/das-projekt/klik-leitfaden

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