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Tempelhofer Feld – alte Gärtnerei: Eidechsen-Paradies bei Munitionssuche entdeckt

Bausteine für einen Naturpark Tempelhof-Neukölln

„Man kann vermuten, dass sie überall sind … und das selbst an Orten, wo man sie gar nicht erwarten würde“,

so die Erkenntnisse aus der ökologischen Baubegleitung der Munitionssuche auf dem Gelände der alten Gärtnerei – berichtet auf der Themenwerkstatt Naturschutz am 23.8. das Planungsbüro Förster. Bestätigt wurde dies auch vom Experten Andreas Ratsch. Der im Auftrag der Stiftung Naturschutz Berlin bei ersten linearen Kartierungen zum ähnlichen Ergebnis kam.

Auf dem südlich benachbarten Gebiet – bekannt als Neuköllner Berg – hatte das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg schon früher Vorkommen dokumentiert. Nach den ersten Eidechsen-Funden im April wurde sofort die Stiftung Naturschutz für eine fachgerechte Kartierung der Population eingeschaltet.
Zum Schutz dieser streng geschützten Tierart wurden Mitte August die Munitionssuche unterbrochen und auf ihre nächste Aktivitätsperiode verschoben. Denn wenn die Tiere zur Ruhezeit ins Erdreich verschwinden, können sie bei der Munitionssuche zu Schaden kommen. 2019 sollen auch die Untersuchungen der Amphibien-Population weitergeführt werden.

 

Zauneidechse und Molche:
Fotos: Monika Dierenfeld von der Kleingartenkolonie Neuköllner Berg

Berlins Serengeti – das Feld, alte Gärtnerei, Neuköllner Berg: Eidechsen, Molche. Lerchen, Wachteln und mehr…

Berlins Geschichte hinterließ Naturparadiese aus zweiter Hand, die heute Rettungsinseln für bedrohte Tier- und Pflanzenarten jenseits ausgeräumter und vergifteter Agro-Plantagen sind.
So muss Berlin den faktisch existierenden Biotop-Verbund der divergenten Landschaftsteile Tempelhofer Feld, Alte Gärtnerei ( 7 ha) und den Bereichen Neuköllner Berg/Tempelhofer Berg  – grob geschätzt 10 ha – anerkennen. Denn hier hätte Berlin die großartige Möglichkeit potentialreiche und zum Teil erst oberflächlich untersuchte Biotope zu einem urbanen Naturpark mit Erhalt der Kleingärten zusammenzubinden. Eine Oase der Biodiversität inmitten unter Siedlungsdruck stehender Stadträume.
So war das Resumee des Büros Förster zur Alten Gärtnerei in diesem Sinne eindeutig:

woanders werden zur Schaffung solcher Strukturen Millionen ausgegeben – und hier hat man sie schon“. Der Vergleich zielt auf zuweilen kostspielige Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen deren Erfolg selten wie gewünscht ausfällt.

Folgende Schritte sind notwendig:

++ Erstellung eines naturschutzfachlichen Entwicklungskonzepts für das
Gelände der Alten Gärtnerei;

++ Ankauf der bahneigenen Flächen südlich des Tempelhofer Feldes;

++ Die Entwicklung von Konzepten zur Schaffung eines Biotop-Verbunds
mit dem Ziel Naturpark.

 

Titelfoto von Monika Dierenfeld: aus und von der Kleingartenkolonie Neuköllner Berg

 

links zu Zauneidechsen in Berlin:

https://www.berlin.de/ba-lichtenberg/auf-einen-blick/freizeit/gruen/artikel.280142.php

https://www.stiftung-naturschutz.de/unsere-projekte/fauna/zauneidechsenkartierung/

Video Eidechsen im Garten:

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