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Anmerkungen zu den angekündigten Baumfällungen im Bosepark

im Rahmen des BENE-Programms- Ertüchtigung des Grünzuges bitte mit Augenmaß

Im Zuge des Planungsvorhabens Neue Mitte Tempelhof sollen auch die rund um das Rathaus Tempelhof gelegenen Grünanlagen Franckepark, Bosepark, Alter Park und Lehne Park umgestaltet werden. Solche Parksanierungen können erhebliche Eingriffe in die Stadtnatur, in etablierte Lebensräume von Tieren und Pflanzen darstellen. Sie bieten aber auch die Chance Pflegedefizite aufzuholen und zumindest Teile von Grünanlagen naturnah zu gestalten. Der BUND Berlin setzt sich daher für eine schonende Sanierung der Parkanlagen ein.

Begehung Vorort

Am 22. 11. veranstaltete der Fachbereich Grünflächen des Bezirkamts Tempelhof-Schöneberg im Bosepark eine Ortsbegehung. Auf mehreren mitgebrachten Stelltafeln waren Einzelpläne zu den Planungsmaßnahmen unter anderem auch zu den vorgesehenen Baumfällungen dargestellt, man konnte sich vorinformieren und dann beim gemeinschaftlichen Rundgang durch den Park hierzu an die Verantwortlichen Fragen stellen. Anwesend waren die zuständige Stadträtin Christiane Heiß und einer ihrer Mitarbeiter vom Fachbereich Grünflächen, sowie Mitarbeiter*innen des Planungsbüros SWUP GmbH.

Baumfällungen

Dem BUND Berlin wurde vorab eine Liste der geplanten Baumfällungen zugeschickt, diese weist insgesamt 22 Bäume auf, darunter zehn Sandbirken und sieben Douglasien, sowie eine Weide, ein Eschenahorn, zwei Kirschen und eine Scheinzypresse. Bei den von der Fällung betroffenen zehn Sandbirken handelt es sich größtenteils um untermaßige Gehölze, die sehr eng zu benachbarten, wuchsfreudigeren Sandbirken stehen und denen es auch auf Grund der Verschattung an einer hinreichenden Kronenausbildung mangelt. Sandbirken gehören zu den Lichtbaumarten, die Konkurrenzsituation haben die Bäume daher schon unter sich entschieden, eine Fällung würde nur den vorhersehbaren Ausgang vorwegnehmen. Auch gilt gerade bei Sandbirken zu beachten, dass diese ihre unmittelbaren Nachbarn nicht unerheblich schädigen können. Die namensgebenden Warzen auf den jungen Zweigen fühlen sich nicht nur an wie Schleifpapier, wenn der Wind Zweige hin und her peitscht kann durch sie die Rinde umstehender Bäume beschädigt werden.

Die sieben Douglasien stehen verteilt auf den Grünstreifen entlang der Manteuffelstraße einerseits, sowie als Gruppe jenseits des Weges hinter der Pergola. Die Douglasien an der Straße weisen einen stangenartigen Wuchs auf und ihnen ist nur noch ein spärliches Restnadelwerk verblieben. Die Bäume in der Douglasien-Gruppierung hinter der Pergola stehen sehr eng und die kleineren werden von den größeren Exemplaren teilweise überschirmt. Eine gesunde Entwicklung aller dieser Bäume ist so nicht mehr gegeben und so gibt es nachvollziehbare Gründe für die Entnahme einiger davon. Eine fast vollständige Entfernung der Baumgruppe – geht man nach den Katasternummern der Baumfällliste – ist vermutlich auch gestalterischen Gesichtspunkten geschuldet, zumal für die unmittelbar benachbarte abgestorbene Kirsche und einen ebenfalls abgängigen Eschenahorn eine Ersatzpflanzung an diesem Ort vorgesehen ist und Lichtraum geschaffen wird. Eine kleine Weide im nordwestlichen Zipfel an der Manteuffelstraße ist hingegen weitestgehend abgestorben.

Die Fällung einer am westlichen Wiesenrand der Parkanlage schrägwachsenden Scheinzypresse können wir aber nicht nachvollziehen und soll wohl aus gestalterischen Gründen erfolgen. Der BUND Berlin kritisiert ebenfalls den vorgesehenen Rückschnitt der Eiben entlang der Manteuffelstraße. Sie bilden dort eine grüne Schutzwand zur Straße hin, deren Erhalt – wie wir wohl wissen – auch den Bürger*innen ein großes Anliegen ist. Die Eiben, die baumförmig gewachsen sind, sollten wenn dann, mit Rücksicht auf ihren derzeitig erkennbaren Habitus eingekürzt werden, statt auf den Stock zurück geschnitten zu werden. Eiben vertragen Rückschnitte durchaus, aber bitte mit Augenmaß.

Bitte naturbeachtende Umgestaltung

Insgesamt sind bislang vier Ersatzpflanzungen vorgesehen. Wünschenswert sind hierbei Baumarten, die den klimatischen Veränderungen gewachsen sind. Die Stammabschnitte der zu fällenden Bäume sollten in geeigneten Bereichen als Totholz belassen werden, auch um ein zeitgerechtes Zeichen zu setzen und einen „Tummelplatz“ für allerlei Lebewesen zuzulassen und die Artenvielfalt im ganz Kleinen zu stärken.

Ein Kommentar

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  1. Berlin hat seit Hr. Wowereit wohl 40000 Baeume. 3Theater.5 grosse Denkmaeler und viel secsysein eingebuesst. Das erfolgreichste Theater Euroopas wurde dann durch den Senat noch ruiniert. Reicher ist Berlin aber nur bei den Milliadaeren geworden. Allet Berlusconi?

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