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Baumzuwachs dank des BUND Berlin-Südwest

Auf dem Guernica Platz stehen jetzt Schwarz-Kiefern

© by Achim Förster

Seit Jahren häuften sich Klagen über den Zustand des Guernica Platzes in Berlin-Zehlendorf zwischen der Spanischen Allee und der Breisgauer Straße. Dank des Vorschlags des BUND Berlin-Südwest an das Grünflächenamt und die Zehlendorfer Grünen wurzeln dort seit ein paar Tagen sechs Schwarz-Kiefern (Pinus nigra ssp. nigra), deren Kosten zur Hälfte der BUND übernimmt.

Warum Schwarz-Kiefern?

Der Guernica Platz erinnert seit seiner Ernennung 1998 an eine der vielen schrecklichen Bombardierungen, die Nazideutschland während des zweiten Weltkriegs durchführte. Angefangen hatte am 26. April 1937 alles mit Guernica, einer baskischen Stadt in Nord-Spanien. Durch den Einsatz von Spreng-, Splitter- und Brandbomben kamen mehrere Hundert Menschen zu Tode. Nachdem die Stadt völlig zerstört wurde, folgten Luftangriffe auf Warschau 1939, Rotterdam und Coventry 1940 und schließlich auf Belgrad im Jahr 1941.

Um dem Entsetzen über dieses erste Flächenbombardement der Geschichte zum Ausdruck zu bringen, eignet sich kaum ein Baum besser als eine ausgewachsene Schwarz-Kiefer, die dem Betrachter mit ihrem dunkleren und damit etwas düsteren Erscheinungsbild gleich ins Auge fällt. Darüber hinaus gibt es einen regionalen Bezug zu Guernica, da sich das natürliche Verbreitungsgebiet der Schwarz-Kiefer unter anderem über Nord-Spanien erstreckt. Aber auch ökologisch macht diese Auswahl Sinn, denn diese Kiefernart wächst noch mal etwas leichter an als die im Bezirk soweit verbreitete Wald-Kiefer, die übrigens auch das Zehlendorfer Wappen ziert. Dabei wählte der BUND Berlin-Südwest vor allem kleine Bäume aus, weil diese schneller anwachsen und so den Vorsprung der größeren besser aufholen können.

Neupflanzung schön und gut, aber…

Der Platz ist ringsherum von Wald- und Schwarz-Kiefern bestanden, deren unteres Stockwerk einst Rosen und dekorative Sträucher schmückte. Durch mangelnde Pflege wurden diese jedoch mehr und mehr überwuchert. Auf der Seite der Tewsstraße kamen zudem immer wieder kleine Wald-Kiefern hoch, die allerdings als unerwünschter Naturaufwuchs durch das Grünflächenamt kontinuierlich entfernt wurden.

Ein Fehler, denn gerade der natürliche Aufwuchs – auch unter dem Begriff „Naturverjüngung“ bekannt –  ist aus fachlicher Sicht nicht nur bei der Wald-Kiefer besonders wertvoll. Im Gegensatz zur Pflanzung können bei der Naturverjüngung die natürlichen Wirkmechanismen der Auslese greifen und diese machen sich in den Überlebenschancen der jungen Bäume bemerkbar. Beispielsweise findet die Wurzelentwicklung deutlich besser und vor allem ungestört statt, so dass Nährstoffe und Wasser ausgiebiger erschlossen werden können. Zudem weisen gekaufte Setzlinge durch die Beschränkung auf nur wenige Saatquellen eine genetische Verengung auf, die die Anpassungsfähigkeit von Bäumen zum Beispiel an Trockenheit beeinträchtigen kann.

Damit nicht genug

Im Gegensetz zum Naturaufwuchs müssen die kleinen Schwarz-Kiefern nun regelmäßig gewässert werden. Für diesen Zweck konnte der BUND Berlin-Südwest erreichen, dass das Tiefbauamt die Wasserpumpe am Platz reaktivierte. Weitere Arbeiten, wie den Rückschnitt von Sträuchern um die Pflanzstelle, die Beseitigung von konkurrierenden Robinien und Brombeeren und die Pflege der vernachlässigten Rosen, teilen sich Grüne und BUND. Wer dabei unterstützen möchte, ist herzlich willkommen!

Mitmachen beim BUND Berlin-Südwest

Ein Kommentar

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  1. Super-Bericht! Gebt endlich mal den kleinen Bäumen eine Chance – auch an Strassen.
    Wie oft sieht man in winzigen Baumscheiben Götterbäume u. ä. „Freibeuter“ wild-fröhlich auftreiben während der gepflanzte Baumschul-Hochstamm-Nachbar nur noch vor sich hin mickert….

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